"Sandy Bridge"

Intels Designfehler bringt PC-Hersteller in Liefernot

03.02.2011
Intels Panne mit fehlerhaften Chipsets bringt die PC-Branche derzeit ins Trudeln und zieht immer weitere Kreise.
Eine "Sandy-Bridge"-Desktop-CPU - der Designfehler steckt allerdings nicht darin, sondern in einem Unterstützungschip.
Eine "Sandy-Bridge"-Desktop-CPU - der Designfehler steckt allerdings nicht darin, sondern in einem Unterstützungschip.
Foto: Intel

Die großen Computer-Hersteller halten derzeit die Produktion und Auslieferung ihrer neuen Geräte zurück, die sie gerade erst auf der CES in Las Vegas präsentiert hatten. Auch Komponentenhersteller wie Gigabyte oder CyberPower müssen ihre Produktion stoppen. Intel hatte Anfang der Woche einen Designfehler in einem Chipset der neuen Prozessor-Generation "Sandy Bridge" entdeckt. Der Fehler könne potenziell mit der Zeit die Funktion und Performance etwa von via SATA angeschlossenen Geräten beeinträchtigen, hieß es.

Der weltgrößte Computer-Bauer Hewlett-Packard (HP) hat nach Angaben der Finanznachrichtenagentur Bloomberg die Produktion von PCs mit den betroffenen Chips bereits unmittelbar nach Bekanntwerden des Fehlers eingestellt. Möglicherweise betroffene Geräte werden nicht mehr ausgeliefert. Kunden bietet HP an, bereits gekaufte Geräte umzutauschen oder das Geld rückzuerstatten. Eine für Freitag geplante Produktpräsentation in San Francisco wurde abgesagt.

Auch Dell soll nach Medienberichten die Auslieferung seiner neusten Gaming-PCs gestoppt haben. Insgesamt seien vier PCs unter den Marken XPS, Vostro und Alienware betroffen, sagte ein Sprecher gegenüber Bloomberg. Der taiwanische PC- und Komponenten-Hersteller MSI hält derzeit die Produktion zweier Motherboards und seines Spiele-Notebooks "GT680" an. Samsung will Kunden, die nach dem 9. Januar ein Gerät mit dem defekten Chip gekauft haben, ebenfalls Erstattung anbieten.

Bei HP sind von der Panne vor allem bestimmte Laptops und Desktop-PCs für private Verbraucher betroffen, daneben auch ein Desktop-PC, den das Unternehmen in Großbritannien für kleine Unternehmen anbietet, sagte eine Sprecherin der Agentur. Auch zwei brandneue Geräte, die HP zuletzt auf der CES in Las Vegas im Januar präsentiert hatte, seien betroffen.

Intel hat den Schaden nach eigenen Angaben bereits behoben und produziert eine neue Version, die von dem Problem nicht betroffen ist. Ende Februar sollen die Chipsets ausgeliefert werden können (die Sandy-Bridge-Prozessoren sind von dem Fehler nicht betroffen). Intel will die Hersteller bei den Rückgabeaktionen und dem Austausch der Chips auf den Motherboards unterstützen. Intel geht davon aus, dass der Fehler das Unternehmen im laufenden Jahr rund eine Milliarde Dollar kosten dürfte. (dpa/tc)