IT-Ressourcen

Intelligentes Outsourcing steigert Innovationskraft

Christoph Höinghaus ist seit 2013 CEO von Trivadis AG, der führenden IT-Dienstleisterin im DACH-Raum. Er verfügt über umfassendes Know-how in den Bereichen Business Development, General Management, Change Management, Management Beratung, Outsourcing, Managed Services, Business Intelligence, Cloud und Big Data.
 
Überlegungen zum optimalen Einsatz knapper Ressourcen ist eine der zentralen Aufgaben eines CFO. Informationssysteme rücken dabei immer mehr ins Zentrum. Die technologische Entwicklung ermöglicht und fordert eine Verfeinerung der Vorgehensweisen für Outsourcing. Agilere und intelligentere Lösungen ersetzen deshalb aktuelle Sourcing-Strategien und verschaffen Unternehmen erheblich mehr Spielraum – vor allem in Sachen Sparpotential.
Nicht immer ist es sinnvoll, sämtliche IT-Abläufe inhouse abzuwickeln. Doch dem sollte eine Prüfung unter verschiedenen Gesichtspunkten vorangehen.
Nicht immer ist es sinnvoll, sämtliche IT-Abläufe inhouse abzuwickeln. Doch dem sollte eine Prüfung unter verschiedenen Gesichtspunkten vorangehen.
Foto: Stuart Miles - Fotolia.com

Nach Berechnungen von IDC betragen die durchschnittlichen Kosten, die ein Unternehmen für seine Informationstechnologie aufbringen muss, je nach Branche, zwischen 4 und 17 Prozent seiner jährlichen Gesamtausgaben. Mit zunehmender Bedeutung für das Tagesgeschäft werden diese Kosten tendenziell weiter steigen. Mobile Arbeitsplätze und die Vernetzung intelligenter Geräte versprechen zumindest in der Theorie entscheidende Produktivitäts- und Umsatzsteigerungen.

Die Vernetzung intelligenter Geräte (Smart Things) zu Smart Home, Smart City, Smart Factory oder Smart Enterprise ermöglicht sogar eine Vielzahl neuer Geschäftsmodelle. Diese werden früher oder später alle Branchen signifikant verändern - vom Gesundheitswesen über die Produktion bis hin zum Dienstleistungssektor. Ohne Investitionen in neue Technologien kann jedoch kein Unternehmen verlässlich prüfen, welche der vielen IT-Innovationen tatsächlich gewinnbringend im eigenen Unternehmen eingesetzt werden können. Leider sieht die Realität in vielen Unternehmen anders aus: Starre Anwendungslandschaften, 80% OPEX-Anteil der IT-Kosten und damit weder Flexibilität noch ausreichend Budget für wichtige Neuerungen. Intelligentes Outsourcing ist ein möglicher Ausweg aus diesem Dilemma.

IT als Unternehmensressource managen

Es gibt zwei wichtige kostenrelevante Ansätze, die jeder CFO auf seiner Agenda haben sollte: SAM- und "On Demand"-Modelle. Software Asset Management (SAM) bedeutet nichts anderes als die systematische Bewirtschaftung der IT als Unternehmensressource. Allein im Bereich Softwarelizenzen beträgt das durchschnittliche Sparpotenzial vieler Unternehmen zwischen 15 und 30 Prozent. Leider wird diese Möglichkeit bisher kaum genutzt. Eine Analyse durch einen externen Outsourcing-Partner kann das Potenzial aufzeigen: Experten untersuchen dabei die Lizenzstruktur auf mögliche Konsolidierungen, schlagen alternative Preismodelle vor und prüfen die Kündigung nicht mehr benötigter Lizenzverträge. Nach unseren Erfahrungen wird über die Hälfte der CFOs nach dem Reporting feststellen, dass ihr Unternehmen weder korrekt noch wirtschaftlich sinnvoll lizenziert ist - und können entsprechend handeln. Hier kann sogar die ganze oder teilweise Übernahme des operativen IT-Betriebes durch einen externen Partner sinnvoll sein, da eigene Technologieexperten von ihren Alltagsaufgaben entlastet werden und mehr Zeit für Neuentwicklungen haben. Kluges Software Asset Management fördert also auch die Innovationsfähigkeit.

"On Demand"-Modelle prüfen

"On Demand"-Modelle sind neue und weitgehend flexible Ansätze, um den Bedarf an IT-Leistungen zu decken. Typischerweise werden Leistungen basierend auf Nutzungsintensität und -zeitraum abgerechnet. Dies bedeutet, dass der CAPEX-Anteil nicht mehr den enormen Schwankungen unterliegt, die normalerweise mit der Einführung neuer Technologien einhergehen. Allerdings ist die Umstellung der bestehenden IT-Infrastruktur ohne Unterstützung von externen Spezialisten kaum durchführbar. Die Hersteller versprechen Hersteller, dass in Zukunft eine Verschiebung von IT-Ressourcen in flexiblere "On Demand"-Modelle auf Knopfdruck möglich sein wird. Aber für historisch gewachsene IT-Landschaften, wie sie heute in fast allen Unternehmen zu finden sind, gilt dies leider nicht. Erfahrene Outsourcing-Partner verfügen über beste Voraussetzungen, solche Modelle schrittweise als externe Dienstleister umzusetzen. Sie wissen beispielsweise sehr genau, welche Anwendungen sich für "On Demand"-Modelle eignen und welche nicht. Außerdem können sie durch Übernahme von Betriebsprozessen einen flexiblen Service anbieten - selbst auf Basis starrer Anwendungen und bei regelmäßig schwankendem IT-Bedarf.

Fazit

Technische Innovationen und daraus resultierende Geschäftsmodelle bieten Unternehmen die Möglichkeit, Anwendungen und Geräte flexibel an veränderte Marktsituationen anzupassen. Mobiles Arbeiten erhöht die Produktivität und Anwendungen zu mieten, statt teuer zu kaufen, spart Kosten. Doch kluges Outsourcing bietet, wie oben beschrieben, weit mehr.

Ein CFO sollte daher die Zusammenarbeit mit einem erfahrenen Outsourcing-Partner nicht nur prüfen, weil er Kosten sparen will. Intelligentes Outsourcing verhilft seinem Unternehmen zu mehr Agilität und Flexibilität - und hilft dessen Innovationsfähigkeit entscheidend zu steigern. (bw)