Activedash

Intel zeigt Notebook-Konzept mit vier Displays

22.09.2009
Von pte pte
Intel hat im Vorfeld des Intel Developer Forums (IDF) ein Konzept-Notebook vorgestellt, das mit drei kleinen und einem normalen Display ausgestattet ist: Activedash.

Konkret hat das "Activedash" neben dem Hauptbildschirm noch drei über der Tastatur angeordnete kleinere Touchscreens, auf denen der Benutzer Programme, die er gerne immer im Blickfeld hätte - beispielsweise den Mail-Client oder den Instant-Messenger - laufen lassen kann. Damit unterscheidet es sich von bisherigen Multi-Display-Notebooks wie dem Spacebook, die auf größere Zusatzdisplays neben dem primären Monitor setzen.

Im Moment handelt es sich bei dem Intel-Gerät lediglich um einen Entwurf, der Notebookherstellern als Anreiz dienen soll, darauf aufbauend neue Produkte zu entwickeln. Noch gibt es zwar keine Produktankündigungen, Intel will jedoch schon bald ein SDK zur Verfügung stellen, mit dessen Hilfe Softwareentwickler an Anwendungen für die drei Zusatzbildschirme arbeiten können. Die berührungsempfindlichen Displays erkennen Fingergesten und können auf diese Weise direkt - ohne Umweg über die Tastatur - gewisse Befehle ausführen. Um beispielsweise eine Minianwendung von einem der Zusatzdisplays auf den Hauptbildschirm zu verschieben, soll es einem Bericht des Nachrichtenportals "Golem" zufolge genügen, es nach oben in Richtung des großen Displays zu "wischen".

Einige Beispielanwendungen für das Activedash gibt es schon. So können die drei kleinen Touchscreens beispielsweise als Programmstarter fungieren. Dabei zeigen die zwei linken Displays Programm-Symbole. Berührt man diese, startet die gewünschte Applikation auf dem rechten Bildschirm. Es soll auch möglich sein, mehrere Anwendungen von den Zusatzdisplays auf den Hauptbildschirm zu wischen - diese teilen sich dann den Platz auf dem großen Monitor auf.

Weitere Anwendungsmöglichkeiten für die Extra-Displays wären unter anderem auch Diashows oder die Steuerung von Notebookeigenschaften. So können beispielsweise Bildschirmhelligkeit, Lautstärke oder WLAN-Empfang über die kleinen Touchscreens geregelt werden. Auf diese Weise ist der Nutzer stets gut über die Einstellungen seines Notebooks informiert, ohne wertvollen Platz auf dem Desktop für die dafür zuständigen Tools opfern zu müssen. Auf den drei Zusatzbildschirmen können auch mehr als drei Programme laufen - dem Nutzer ist es möglich, sie durch Berührung so anzuordnen, dass er alle Activedash-Anwendungen - bei Intel ist auch die Bezeichnung "Channels" geläufig - optimal im Auge behalten kann.

Auf technischer Seite funktionieren die drei über der Tastatur angeordneten Bildschirme wie ein einziger. Die Grafikkarte teilt das Signal nur auf die drei Monitore auf. Die Arbeitsfläche der Touchscreens funktioniert somit wie ein einzelner Desktop, auf dem die Anwendungen frei positioniert werden können - ganz ähnlich wie bei Dualhead2go-Lösungen von Matrox. Dass die Displays sich oberhalb der Tastatur befinden, ist beabsichtigt. Zwar könnten diese auch unterhalb angebracht werden, dann würden sie allerdings leicht durch die Handflächen der Benutzer verdeckt. Zudem müssten die Touchscreens dann unbeabsichtigte Fehleingaben erkennen. Grundsätzlich soll die Entscheidung über die Anzahl der Zusatzbildschirme, deren Bauart sowie deren Anordnung den Notebook-Herstellern, die auf dem Konzept basierend Produkte entwickeln möchten, überlassen sein. (pte)