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Intel wollte Todd Bradley bei HP abwerben

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Einem Pressebericht zufolge hat Intel vergeblich versucht, HP den PC-Spartenchef Todd Bradley abzuwerben.
Objekt der Intel-Begierde: HPs PC-Spartenchef Todd Bradley
Objekt der Intel-Begierde: HPs PC-Spartenchef Todd Bradley
Foto: HP

Das berichtet das "Wall Street Journal" unter Berufung auf Insider. Bradley, der vor seinem Wechsel zu HP im Jahr 2006 Chef von Palm war und damit über wertvolle Erfahrungen auch im Mobile-Markt verfügt, habe Intels Offerte allerdings früher in diesem Monat abgelehnt und sich entschieden, bei HP zu bleiben, heißt es weiter. Bradley war zwischenzeitlich auch als Nachfolger von Mark Hurd als HP-Chef gehandelt worden, als neuen CEO holte der Konzern dann allerdings doch den früheren SAP-Chef Léo Apotheker von außen.

Der Abwerbeversuch unterstreicht aus Sicht des Blattes Intels Bemühungen, einen geeigneten Nachfolger für den derzeitigen Konzernchef Paul Otellini aufzubauen. Üblicherweise rekrutiert Intel sein Top-Management intern, doch das ist derzeit möglicherweise nicht so einfach wie gewünscht. So erholt sich beispielsweise Sean Maloney, der gemeinsam mit Produktentwicklungschef David Perlmutter die Architecture Group leitet, von den Folgen eine Schlaganfalls. Und der frühere CTO Pat Gelsinger setzte sich 2009 in gleicher Position zum Storage-Spezialisten EMC ab.

"CEO in his prime" - Intel-Chef Paul Otellini
"CEO in his prime" - Intel-Chef Paul Otellini

Auf der anderen Seite ist Otellini erst 60 Jahre alt und hat noch einige Jahre vor sich, bis er mit 65 turnusgemäß in den Ruhestand gehen sollte. "Unser CEO ist in den besten Jahren", erklärte dann auch Intel-Sprecherin Laura Anderson. Otellini habe noch hinreichend Zeit, seine Nachfolge zu regeln. Üblicherweise ernennt Intel einen "Kronprinzen" einige Jahre vor dem Ausscheiden des CEOs zunächst zum Chief Operating Officer - so geschehen auch bei Otellini selbst, der 2002 diesen Titel erhielt und dann 2005 Chief Executive Officer wurde. Bislang kamen alle fünf Intel-CEO aus dem Unternehmen selbst.

Intel gerät an der Wall Street zunehmend unter Druck, seine Chips neben PCs und Servern auch in schneller wachsenden Marktsegmenten wie Smartphones und Tablets unterzubringen. Dort dominieren bisher Chips auf Basis von Designs des britischen Anbieters ARM.