RZ-Konsolidierung

Intel will 250 Millionen Dollar im Data Center sparen

Wolfgang Herrmann ist Deputy Editorial Director der IDG-Publikationen COMPUTERWOCHE und CIO. Zuvor war er Chefredakteur der Schwesterpublikation TecChannel und stellvertretender Chefredakteur COMPUTERWOCHE. Zu seinen thematischen Schwerpunkten gehören Cloud Computing, Data Center, Virtualisierung und Big Data.
Mit einer rigiden Konsolidierung und Modernisierung der Server-Landschaft will der Chipkonzern Intel seine Data-Center-Kosten drücken.

Im Zeitraum von 2007 bis zum Jahr 2015 sollen die weltweit für Data Center anfallenden Kosten um fast 250 Millionen Dollar sinken, erklärte Intel CIO Diane Bryant vergangene Woche. Schon jetzt habe der Konzern die Anzahl seiner Rechenzentren nahezu halbiert. In der Vergangenheit betrieb Intel bis zu 147 Data Center, heute sind es etwa 70. Die Konsolidierungsbemühungen würden fortgesetzt, so Bryant.

Die Einsparziele umfassen unter anderem die Kühlung, Wartung und den Support der diversen RZ-Systeme. Laut Bryant hat Intel bereits im Jahr 2008 rund 45 Millionen Dollar an Data-Center-Kosten eingespart. Neben der Konsolidierung zählt die IT-Managerin eine regelmäßige Modernisierung der gesamten Server-Landschaft zu den wirksamsten Maßnahmen: Alle vier Jahre tauscht Intel demzufolge die Server in den Rechenzentren durch State-of-the-Art-Systeme aus. Dieser Austauschzyklus habe sich als optimal erwiesen, da neuere Server mehr Leistung brächten und weniger Energie verbrauchten. Spareffekte ergäben sich auch dadurch, dass mehr Anwendungen in virtualisierte Umgebungen transferiert würden.

In diesem Kontext ersetzte der Halbleiterkonzern beispielsweise zehn Single-Core-Xeon-CPUs durch jeweils einen Nehalem-basierenden Quadcore-Prozessor der neuesten Generation Xeon 5500. Laut Bryant ließ sich auf diese Weise die Hardware in den Rechenzentren reduzieren und zugleich die gesamte Rechenkapazität erhöhen.

Als Kostentreiber hat Intel vor allem die Kühlung der Server-Systeme identifiziert. Mit Hilfe von energieeffizienten Servern sei es gelungen, diese Aufwändungen zu begrenzen, erläuterte die IT-Chefin. Allerdings reichten die Bemühungen noch nicht aus. Schon seit längerem arbeitet der Konzern an Konzepten für effizientere Data Center und kooperiert dazu unter anderem mit der US-Umweltbehörde und mehreren Hardwareherstellern, darunter IBM und Hewlett-Packard (siehe auch: In neun Schritten zum effizienten Data Center). Unter dem Motto "Data Center 2020" eröffnete Intel erst kürzlich gemeinsam mit T-Systems ein Forschungsrechenzentrum in München. Dessen Ziel ist es, künftige Data Center auf Energieeffizienz zu trimmen.

Auf dem Weg zu einem effizienteren IT-Betrieb versucht Intel zudem, das Maximum aus den installierten Servern herauszuholen, sprich die Systeme besser auszulasten. Der Halbleitergigant betreibt weltweit rund 100.000-Server, etwa 80.000 davon im HPC-Umfeld (HPC = High Performance Computing). Deren Auslastung will Bryant bis auf 85 Prozent erhöhen. Für die rund 20.000 verbleibenden "Office"-Server liege die Zielmarke bei 65 Prozent. Noch vor zwei bis drei Jahren habe die typische Server-Auslastung im Data Center zwischen fünf und 15 Prozent gelegen. Erst mit Hilfe von Virtualisierung und Konsolidierung hätten sich die Werte entscheidend verbessert. (wh)