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Intel warnt vor Milliardenabschreibungen

04.05.2004

Nach Intels verhaltenem Ausblick für Bruttomarge und Umsatz im laufenden zweiten Quartal zeichnet sich bei dem Chipriesen nun möglicherweise auch ein enttäuschendes Nettoergebnis ab. In einer Mitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC erklärte das Unternehmen aus Santa Clara, Kalifornien, es rechne in den Monaten April, Mai und Juni mit Wertberichtigungen auf Sachanlagen zwischen 1,1 Milliarden und 1,2 Milliarden Dollar. Im Gesamtjahr könnten sich diese Abschreibungen auf 4,6 Milliarden Dollar summieren.

Laut Intel handle es sich dabei um eine Vorsichtsmaßnahme im Zusammenhang mit den geplanten Investitionen in die Ausweitung der Fertigungskapazitäten und die Verbesserung der Produktivität. Sollte sich die erwartete Nachfrage für Intel-Produkte nicht einstellen oder diese weiterhin auf leistungsfähigere Chips in den verschiedenen Marktsegmenten zielen, würden Umsatz und Bruttomarge belastet. Gleichzeitig wären Test- und Fertigungskapazitäten nicht ausgelastet, so dass die Investitionen weiter zurückgeschraubt werden müssten. Das Unternehmen könnte daher eine Abschreibung auf Fertigungs-, Montage- und Test-Equipment und/oder –Fabriken vornehmen, bevor es später eine zu einer beschleunigten Wertberichtigung gezwungen werde.

Intel bestätigte gleichzeitig seine bisherigen Prognosen für den laufenden Dreimonatszeitraum. Der weltgrößte Chiphersteller rechnet mit Einnahmen von 7,6 bis 8,2 Milliarden Dollar. Die Bruttogewinnspanne soll - wie bereits Mitte April verkündet - um die 60 Prozent betragen.

Wie aus dem SEC-Bericht weiter hervorgeht, wäre Intels Nettogewinn im ersten Quartal bei Ausweisung der Kosten für Aktienoptionspläne rund 17 Prozent niedriger ausgefallen: Anstelle von 1,73 Milliarden Dollar oder 26 Cent pro Aktie hätte er lediglich 1,44 Milliarden Dollar beziehungsweise 22 Cent je Anteil betragen. (mb)