Freitagsgerücht

Intel wagt neuen Übernahmeversuch bei Altera

29.05.2015
Der weltgrößte Chiphersteller Intel startet einem Pressebericht zufolge einen zweiten Anlauf zum Kauf des kleineren Konkurrenten Altera.

Laut Informationen der "New York Post" vom späten Donnerstagabend (Ortszeit) steht eine Übernahme für rund 15 Milliarden US-Dollar (umgerechnet 13,2 Milliarden Euro) kurz bevor, nachdem die beiden Halbleiterhersteller laut Medienberichten erst im April entsprechende Gespräche zu den Akten gelegt hatten. Das Blatt bezieht sich auf eine Quelle nah am Geschehen. Intel sei bereit, bis zu 54 Dollar je Altera-Aktie zu bieten - was einem Zuschlag von rund 15 Prozent auf den Schlusskurs vom Donnerstag entspräche. Im außerbörslichen Handel schnellte der Kurs des Altera-Papiers um fast zehn Prozent hoch.

Intel-Zentrale in Santa Clara, Logo vor dem Robert Noyce Building
Intel-Zentrale in Santa Clara, Logo vor dem Robert Noyce Building
Foto: Intel

Das aktuelle Übernahmefieber im Halbleitermarkt dürfte die Spekulation befeuert haben: Der in Singapur beheimatete Halbleiterhersteller Avago Technologies hatte am Vortag den Kauf des US-Spezialisten für Drahtlos-Chips Broadcom angekündigt. Der 37 Milliarden Dollar schwere Deal wäre der größte in der Geschichte der Branche. Das Übernahmekarussell in der Industrie dreht sich schon seit einiger Zeit. Börsianer sprechen von Konsolidierungsdruck - in der Branche zähle die Größe, sagte ein Analyst.

Zu den Spezialitäten von Altera gehören FPGAs und SoCs.
Zu den Spezialitäten von Altera gehören FPGAs und SoCs.
Foto: Altera

Der Altera-Kurs profitiert seit den frühen Gerüchten Ende März von dem mutmaßlichen Intel-Interesse, zu dem Zeitpunkt lag der Kurs bei rund 35 Dollar. Im Gespräch war bereits damals ein Preis von rund 54 Dollar je Altera-Aktie. Altera soll die Gespräche damals abgebrochen haben. Das Unternehmen ist im Silicon Valley in Kalifornien zu Hause und fertigt vorwiegend stromsparende programmierbare Chips, die unter anderem in Rechenzentren eingesetzt werden. In dem Gebiet macht Intel seine profitabelsten Geschäfte, das traditionelle PC-Geschäft hingegen lahmt wegen schleppender Nachfrage. Für den Chip-Riesen wäre es die größte Übernahme der Firmengeschichte. (dpa/tc)