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Intel verschmilzt CPU-Architekturen für Desktops und Notebooks

30.03.2004
2007 führt Intel seine zurzeit unterschiedlichen CPU-Architekturen für Desktops und Notebooks in einem Kern zusammen. Dieser wurde unter dem Codenamen "Merom" in Israel entwickelt.

Der US-amerikanische Halbleiterkonzern Intel wird Insidern zufolge in drei Jahren (2007) einen gemeinsamen Prozessorkern mit dem Codenamen "Merom" für seine Desktop- und Notebook-Prozessoren einführen. Dieser Schritt dürfte stationäre Rechner deutlich energieeffizienter machen. Er unterstreicht gleichzeitig die Abkehr vom Bestreben, mehr Leistung durch immer höhere Taktraten zu erzielen.

Der Merom-Kern leitet sich vom aktuellen "Pentium-M" aus der Notebook-Architektur "Centrino" her, die deutlich niedriger taktet als die Pentium-4-Prozessoren in Desktop-PCs, aber auch wesentlich weniger Leistung aufnimmt. Pentium-M und Pentium 4 nutzen gegenwärtig zwar ähnliche, aber doch in entscheidenden Punkten unterschiedliche Architekturen, und jeder der beiden Chips weist Features auf, die dem anderen fehlen.

Die Konvergenz beider Familien durch Merom bedeutet nicht, dass die Leistung der Desktop-Systeme schwinden wird, aber die Beschleunigung der Taktung wird nachlassen. Einige Notebook-Chips könnten sogar bereits mit dem noch früheren Prozessorkern "Jonah" im Jahr 2006 schleichenden Einzug in die Desktop-Linie halten. "Der Pentium-M ist in den meisten Punkten absolut konkurrenzfähig zum Pentium 4 und taktet gleichzeitig deutlich niedriger", erläutert Insight64-Analyst Nathan Brookwood. "Stromverbrauch und Abwärme sind bei Desktops inzwischen fast ein genauso wichtiges Thema wie früher bei Notebooks."

Merom stellt übrigens auch einen kleinen "Sieg" für Intels Designzentrum in Israel dar. Dort entstand der Pentium-M unter der Ägide von Mooly Eden, der inzwischen ins Hauptquartier nach Santa Clara, Kalifornien, umgezogen ist. Abgesehen davon stammten bislang alle wichtigen Prozessordesigns von Intel aus Santa Clara oder Oregon. Die in Israel entworfenen Prozessoren sind leicht an ihren Codenamen zu erkennen. Der erste Pentium-M "Banias" und der kommende "Dothan" sind nach dortigen archäologischen Ausgrabungen benannt. Neben dem Pentium-M entwickelte Intel in Israel auch den Multimedia-Befehlssatz "MMX" sowie das erfolglose integrierte Chipdesign "Timna". (tc)