Sparsamere Data Center

Intel und T-Systems forschen am Rechenzentrum der Zukunft

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Unter dem Motto "Data Center 2020" haben Intel und T-Systems in München ein gemeinsames Forschungsrechenzentrum eröffnet. Ziel der Kooperation ist es, künftige Anlagen auf eine effizientere Energieauslastung zu trimmen.

"Dieses Projekt ist das erste und einzige weltweit, das sich dem Thema Energieeffizienz im Rechenzentrum umfassend widmet", sagte Olaf Heyden, Geschäftsführer von T-Systems und Leiter ICT Operations, anlässlich der Eröffnung des Data Center 2020 in München. In dem gemeinsamen Forschungsrechenzentrum soll ein Plan und Werkzeugkasten für die Entwicklung, den Bau und den Betrieb des Rechenzentrums der Zukunft entworfen werden, hieß es in einer Erklärung der Kooperationspartner.

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In dem etwa 70 Quadratmeter großen Forschungs-Data-Center arbeiten rund 180 Intel-basierende Server.
In dem etwa 70 Quadratmeter großen Forschungs-Data-Center arbeiten rund 180 Intel-basierende Server.
Foto: T-systems

Beide Seiten betonten, wie wichtig diese Forschungen seien. "In einem Rechenzentrum können die jährlich anfallenden Kosten für Stromversorgung und Kühlung genauso hoch ausfallen, wie die Investitionen in die IT-Infrastruktur", sagte Christian Morales, General Manager für die Region Emea bei Intel. Darüber hinaus werde der wachsende Internet-Traffic in den kommenden Jahren zum Bau von Mega-Rechenzentren führen. Der Intel-Manager geht davon aus, dass im Jahr 2015 weltweit etwa 15 Milliarden Geräte mit dem World Wide Web verbunden sein werden. Auch Joachim Langmack, Geschäftsführer für den Bereich Corporate Customers bei T-Systems, rechnet damit, dass die Rechenzentren der Zukunft bedeutend größer ausfallen werden als die heutigen Anlagen. Aktuell sei die IT weltweit für rund zwei Prozent der CO2-Emmissionen verantwortlich. Langmack fordert: "Davon müssen wir runter."

Helfen sollen dabei die Erkenntnisse aus dem rund 70 Quadratmeter großen Testrechenzentrum mit etwa 180 Intel-basierenden Servern. Zirka 20 Mitarbeiter beider Firmen sollen in den kommenden Monaten im Münchner Euro-Industriepark die Wechselwirkung verschiedener RZ-Komponenten aus Energiesicht analysieren. Neben den Rechnern zählen dazu beispielsweise Umluftkühler, Raumvolumen, Deckenhöhen und Wasserkreisläufe. Die Deckenhöhe lässt sich nach Angaben der Betreiber zwischen 2,50 und 3,70 Meter variieren. Ein Rauchgenerator soll Luftströmungen sichtbar machen. Mehr als 50 Sensoren ermitteln Messwerte wie Temperatur, Druck oder Feuchtigkeit, die für die optimale Energieeffizienz eines Rechenzentrums relevant sind.

Sechs Monate Zeit und einen einstelligen Millionenbetrag haben beide Unternehmen bis dato in die Forschungsanlage investiert, berichtete Projektleiter Manuel Mair. Noch in diesem Jahr sollen erste Ergebnisse vorliegen. Diese will T-Systems dazu nutzen, bestehende Rechenzentren sparsamer zu betreiben sowie künftige Data Center schon bei der Entwicklung und dem Bau auf eine bessere Energieeffizienz zu trimmen. Allerdings sollen die in München gewonnenen Erkenntnisse kein Geheimnis bleiben. Die T-Systems-Verantwortlichen versprachen, alle Ergebnisse aus dem RZ-Lab auch für die Konkurrenz im Internet offen zu legen.