PC-Flaute

Intel tritt bei Quartalszahlen auf der Stelle

16.10.2013
Intel befindet sich im Wandel: Der Halbleiter-Gigant versucht unter Hochdruck, die Abhängigkeit vom schwachen PC-Geschäft zu verringern. Noch sind die Notebooks und Desktop-Rechner aber die tragende Säule des Geschäfts. Als Folge gibt es erneut Quartalszahlen ohne Wachstum.

Der schwache PC-Markt macht dem weltgrößten Chiphersteller Intel weiterhin zu schaffen. Im dritten Quartal stagnierten Umsatz und Gewinn auf Vorjahresniveau. Intel hob Zuwächse im Geschäft mit Chips für Rechenzentren hervor, während die Erlöse im PC-Bereich erneut sanken.

Der Quartalsumsatz legte im Jahresvergleich um weniger als 0,2 Prozent auf 13,48 Milliarden Dollar (9,96 Milliarden Euro) zu. Beim Gewinn gab es ein Minus von 0,7 Prozent auf 2,95 Milliarden Dollar, wie das Unternehmen nach US-Börsenschluss am Dienstag mitteilte.

Intel-CEO Brian Krzanich
Intel-CEO Brian Krzanich
Foto: Intel

Chips für klassische Notebooks und Desktop-Rechner sind nach wie vor die tragende Säule des Intel-Geschäfts. Der PC-Markt schrumpfte zuletzt aber um fast ein Zehntel. Als Folge fiel auch der Umsatz des entsprechenden Intel-Bereichs im vergangenen Quartal um 3,5 Prozent auf 8,4 Milliarden Dollar.

Der neue Chef Brian Krzanich versucht verstärkt, Intel unabhängiger vom PC-Geschäft zu machen. Zuletzt machte das Unternehmen den nächsten Anlauf, mit sparsameren Prozessoren in Smartphones und Tablets vorzustoßen. Dieser Bereich wird von Technologie des britischen Chip-Entwicklers ARM dominiert. Intel versucht schon seit Jahren, den Markt zu knacken, konnte bisher aber nur punktuelle Erfolge verbuchen.

Außerdem erklärte Intel jüngst Chips für alle möglichen vernetzten Geräte von Verbraucher-Artikeln bis hin zu großer Medizintechnik zu einem Schwerpunkt. Dieses Geschäft ist aber noch sehr klein im Vergleich zur PC-Sparte, die auch den Löwenanteil des operativen Gewinns von insgesamt 3,5 Milliarden Dollar beisteuerte.

Ein Bay-Trail-Prozessor von Intel
Ein Bay-Trail-Prozessor von Intel
Foto: Intel

Ein Lichtblick war der Absatz von Prozessoren für Rechenzentren, der Umsatz wuchs im Jahresvergleich um 12,2 Prozent auf 2,9 Milliarden Dollar. Auch hier verdiente Intel Geld, während die neuen Bereiche bisher hohe Verluste bringen.

Zugleich hofft der Konzern, dass neue Geräte-Arten wie die extrem leichten und dünnen Ultrabooks auch dem PC-Markt einen neuen Atem verleihen werden. Intel steht mit passenden Chips dafür bereit. Allerdings konnten die neuen Modelle bisher das Schrumpfen des PC-Marktes nicht aufhalten, während die Kunden lieber Smartphones und Tablets kaufen.

Die Intel-Aktie rückte nachbörslich zunächst um gut ein Prozent vor, weil der Quartalsgewinn über den Markterwartungen lag. Allerdings drehte sie wenig später ins Minus. Denn Intel war mit einer Umsatzprognose für das laufende Quartal vorsichtiger als die Analysten. (dpa/tc)