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Intel tauscht eine Million defekte Motherboards um

11.05.2000

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Intel wird rund eine Millionen Motherboards zurückrufen, die seit November vergangenen Jahres mit dem "820"-Chipset ausgeliefert wurden. Dieser enthält eine fehlerhafte Komponente, die unter Umständen zu Systemfehlern und Datenverlusten führen kann. Konkret handelt es sich um den "MTH" (Memory Translator Hub), der Signale von SDRAM-Speicherbausteinen für den eigentlich für Rambus-Module konzipierten 820 "übersetzt".

Die Rückrufaktion wird den Hersteller teuer zu stehen kommen - ganz zu schweigen vom Image-Verlust. Als "Worst Case" nannte Mercury-Research-Analyst Dean McCarron eine Summe von rund 100 Millionen Dollar. Für realistischer hält der Experte allerdings einen Betrag zwischen zehn und 20 Millionen Dollar - viele Kunden würden sich nicht betroffen genug fühlen, um ihre Hauptplatinen tatsächlich auszuwechseln.

Intel verhandelt derzeit mit System- und Boardherstellern sowie Distributionspartnern, wie man die Kunden informieren und den Austausch der Hardware am sinnvollsten abwickeln kann. Wer testen will, ob sein System tatsächlich von dem Problem betroffen ist, kann von der Intel-Site ein spezielles Testprogramm herunterladen.

Die Börse reagierte empfindlich auf die Hiobsbotschaft - die Intel-Aktie fiel gestern nach Bekanntwerden der Nachricht um mehr als neun Prozent auf 106,25 Dollar.