Krise

Intel spart an den asiatischen IDFs

Thomas Cloer war viele Jahre lang verantwortlich für die Nachrichten auf computerwoche.de.
Er sorgt außerdem ziemlich rund um die Uhr bei Twitter dafür, dass niemand Weltbewegendes verpasst, treibt sich auch sonst im Social Web herum (auch wieder bei Facebook) und bloggt auf teezeh.de. Apple-affin, bei Smartphones polymorph-pervers.
Der weltgrößte Halbleiterhersteller Intel hat für 2009 sein Intel Developer Forum (IDF) in Taiwan absagt und das in China auf einen Tag eingedampft.

Das ist ein weiterer Beweis für die Geschwindigkeit und Schwere des weltweiten Wirtschaftsabschwungs. Viele Unternehmen haben erklärt, dass sie auch in Krisenzeiten Kernbudgets wie Entwicklung und Marketing weiter hoch zu halten versuchen, weil sie ihr Business promoten müssen. Die IDFs nutzt Intel normalerweise für beide Zwecke - zum einen demonstriert der Konzern dort seine neuen Entwicklungen, zum anderen gibt er seinen Technikern Gelegenheit zur Arbeit mit Entwicklern, die Produkte rund um Intels Mikroprozessoren herum designen.

"Angesichts der gegenwärtigen wirtschaftlichen Umstände und des Drucks, unter dem die Branche weltweit steht, wird das IDF 2009 Beijing in eine eintägige Veranstaltung umgewandelt", erklärte Intel auf seiner Website für Entwickler. Eine Konzernsprecherin in Singapur bestätigte außerdem, dass das IDF in Taipeh ganz ausfällt. Zuletzt hatte Intel die asiatischen IDFs im Jahr 2003 aus Angst vor dem SARS-Virus ("Vogelgrippe") abgeblasen.

In Taipeh veranstaltet das Unternehmen das IDF bereits seit dem Jahr 1996. Für neue Ankündigungen in Taiwan will Intel in diesem Jahr alternativ die Fachmesse Computex (2. bis 6. Juni 2009) nutzen. "Wir treten auf der Computex groß auf", versprach Nick Jacobs, Head of Corporate Communciations für die Region Asia-Pacific. Intel werde außerdem mit seinen Entwicklern verstärkt über Seminare und andere Veranstaltungen online zusammenarbeiten. Dies sei bereits seit Jahren ein Trend, so Jacobs weiter.