Kaufpreis 3,1 Milliarden Dollar

Intel Security heißt nach Verkauf wieder McAfee

Simon verantwortet als Program Manager Executive Education die Geschäftsentwicklung und die Inhalte des IDG-Weiterbildungsangebots an der Schnittstelle von Business und IT. Zuvor war er rund zehn Jahre lang als (leitender) Redakteur für die Computerwoche tätig und betreute alle Themen rund um IT-Sicherheit, Risiko-Management, Compliance und Datenschutz.
Intel Security ist bald nicht mehr: Der Chiphersteller hat die Mehrheit an seiner IT-Sicherheitssparte an den Finanzinvestor TPG verkauft, die sich künftig wieder "McAfee" nennen soll. John McAfee gefällt das nicht.

Gerüchte über einen Verkauf von Intel Security hielten sich bereits seit Monaten, nun wurden Fakten geschaffen: Für 51 Prozent der Firmenanteile zahlt TPG 3,1 Milliarden Dollar (2,76 Milliarden Euro) an Intel, das die restlichen 49 Prozent zunächst behalten will. Künftig soll der alte Name McAfee unter der Führung des bisherigen General Managers Chris Young, der zuvor schon bei Cisco und VMware tätig war, wieder aufleben.

Intel Security geht zu 51 Prozent an eine Investorenfirma.
Intel Security geht zu 51 Prozent an eine Investorenfirma.
Foto: Ken Wolter - shutterstock.com

In einer gemeinsamen Mitteilung begründen Intel und TPG die Teilübernahme damit, dass die Sicherheitssparte nun auf komplett eigene Füße gestellt werden solle, um noch besser zu können. Intel-Angaben zufolge seien die Umsätze von Intel Security im ersten Halbjahr 2016 um 11 Prozent auf 1,1 Milliarden Dollar gestiegen - der Gewinn habe um 391 Prozent auf 182 Millionen Dollar zugelegt.

"Mit dem neuen Investment seitens TPG und der anhaltenden strategischen Unterstützung durch Intel erwarten wir von der neuen Geschäftseinheit, dass durch einen größeren Fokus und gezieltere Investments ein signifikantes weltweites Wachstum erreicht", schreiben die Unternehmen in dem offenen Brief an Investoren und Kunden. Neue kundengerechte Produkte sollen schneller entwickelt und an den Markt gebracht werden können.

John McAfee, der Störenfried

Der Plan, Intel Security wieder in McAfee umzubenennen, könnte noch von John McAfee durchkreuzt werden. Der Antiviren-Pionier möchte seine Namensrechte zurück, die er vor nunmehr 25 Jahren abgetreten hatte, um ein neues Unternehmen zu gründen. McAfee behauptet, er habe niemals die vollen Rechte an seinem Namen verkauft und hat deshalb geklagt.

John McAfee will seinen Namen zurück.
John McAfee will seinen Namen zurück.
Foto: CC-BY-SA 2.0 - NullSession from Bettendorf, Iowa, United States

Intel Security hatte MGT Capital Investments, dessen CEO John McAfee ist, Anfang Juni über seine Pläne informiert, sich in John McAfee Global Technologies umzubenennen. Gleichzeitig hatte Intel um die Bestätigung gebeten, dass sich MGT keinen neuen Namen geben werde, "der die Marke McAfee enthält". Sollte diese Bestätigung ausbleiben, werde man rechtliche Schritte ergreifen, um seine Markenrechte zu schützen. Auslöser dieser Aktion seitens Intel war die von MGT öffentlich gemachte Absicht, den Anti-Spyware-Anbieter D-Vasive zu übernehmen.