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Intel lenkt gegenüber der japanischen Kartellbehörde ein

01.04.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der Chipriese Intel, in Japan des wettbewerbsschädigenden Verhaltens bezichtigt, hat eingewilligt, die Empfehlungen der japanischen Kartellbehörde Japan Fair Trade Commission (JFTC) anzunehmen. Wenngleich das Unternehmen alle Vorwürfe von sich weise, werde die japanische Tochtergesellschaft den Anweisungen der Behörde doch Folge leisten, teilte Intel mit. Damit erspare man sich und den Kunden einen langwierigen Rechtsstreit.

Aus Sicht der JFTC hat Intel japanischen PC-Herstellern Preisnachlässe angeboten, wenn sie keine oder nur eine beschränkte Anzahl von Prozessoren bei Wettbewerbern wie Advanced Micro Devices (AMD) oder Transmeta einkauften. Auf der Suche nach Beweismaterial hatte die Kartellbehörde bereits vor knapp einem Jahr drei japanische Geschäftstellen von Intel untersucht. Gleichzeitig besuchte die Behörde auch die Büros von Sony, Fujitsu und Toshiba. Offiziell wurden die Hersteller allerdings nicht mit dem Fall in Verbindung gebracht.

Marktstudien von IDC scheinen den Vorwurf der JFTC zu unterstützen: Obwohl AMDs Prozessoren aus technischer Sicht seit 2003 deutlich aufgeholt haben, schrumpfte der Marktanteil in Japan bis 2004 auf acht Prozent. Für 2002 hatten die Marktforscher von IDC noch einen Marktanteil von 18 Prozent ermittelt. Intel konnte seinen Anteil dagegen laut Schätzungen von IDC von 78 Prozent auf 90 Prozent ausbauen.

Trotz des hohen Schadens für die Wettbewerber kommt Intel nahezu ungeschoren davon. Der Chipriese musste sich lediglich dazu verpflichten, japanischen PC-Herstellern keine unzulässige Preisnachlässe mehr zu gewähren. Rabatte bei Abnahme einer größeren Stückzahl von Prozessoren sind aber weiterhin erlaubt. (mb)