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Intel legt kräftig zu

19.07.2000
Aber: Der Itanium verspätet sich

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Intel hat für das zweite Quartal seines laufenden Geschäftsjahres einen Nettogewinn von 3,52 Milliarden Dollar oder 50 Cent pro Aktie ausgewiesen und damit die Erwartungen der Analysten (laut First Call/Thomson 49 Cent je Anteilschein) übertroffen. Die Finanzwelt ärgerte sich allerdings über die undurchsichtige Verbuchung verschiedener außergewöhnlicher Belastungen und Zugewinne (unter anderem 2,1 Milliarden Dollar aus Beteiligungen); dazu kam noch die Einrechnung des jüngsten Aktiensplits vom 30. Juni. "Eine schaurige Verwirrung", moniert Drew Peck, Analyst bei S.G. Cowen & Co. "Es ist quasi unmöglich, hier Äpfel mit Äpfeln zu vergleichen." Ein Jahr zuvor hatte der Profit 1,78 Milliarden Dollar oder 26 Cent pro Aktie betragen. Beim Umsatz ist wenigstens alles klar; diesen steigerte der Halbleiterriese von 6,75 Milliarden Dollar im Vorjahresquartal um 23 Prozent

auf 8,3 Milliarden Dollar.

Gleichzeitig teilte Intel mit, dass seine neue 64-Bit-CPU "Itanium" (früherer Codename: "Merced") nicht wie ursprünglich geplant im dritten Quartal dieses Jahres das Licht der Welt erblicken wird. Auf Grund einer offenbar nötigen weiteren Revision des Designs kommen die ersten IA-64-Prozessor (Intel Architecture 64) nun frühestens im vierten Quartal - allerdings nicht für Otto Normalverbraucher. Paul Otellini, General Manager der Intel Architecture Group, erklärte, zunächst würden nur "Pilotsysteme" mit dem Itanium bestückt. Mit der generellen Verfügbarkeit ist demnach erst "in der ersten Hälfte des kommenden Jahres" zu rechnen - und die dauert bekanntlich bis Juni...