$10 Mrd. für Aktienrückkäufe

Intel erneut mit Rekordquartal

19.10.2011
Das allgemein abflauende PC-Geschäft scheint dem weltgrößten Chip-Hersteller Intel nichts anhaben zu können.
Intel-Chef Paul Otellini hat weiterhin gut lachen.
Intel-Chef Paul Otellini hat weiterhin gut lachen.

Zum sechsten Mal in Folge hat der US-Konzern ein Rekordergebnis eingefahren und stockt zudem sein Aktienrückkaufprogramm kräftig auf. Im dritten Quartal stieg der Umsatz um 28 Prozent auf 14,2 Milliarden Dollar (umgerechnet 10,3 Milliarden Euro). Der Gewinn verbesserte sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 17 Prozent auf 3,5 Milliarden Dollar. Das Aktienergebnis (EPS) legte von 0,52 auf 0,65 Dollar zu.

Vor allem Chips für Notebooks hätten sich hervorragend verkauft, erklärte Konzernchef Paul Otellini am Dienstag am Firmensitz im kalifornischen Santa Clara. "Wir haben auch eine anhaltend starke Nachfrage bei den Rechenzentren gesehen, angetrieben vom Wachstum bei den mobilen Geräten und dem Cloud-Computing." Für den zunehmenden Datenverkehr im Internet werden immer mehr Server benötigt - Intel liefert Prozessoren für viele dieser Hochleistungsrechner.

Mit den Zahlen übertraf Intel die Erwartungen der Analysten. Diese hatten ein EPS von 0,61 Dollar und einen Umsatz von 13,9 Milliarden Dollar erwartet. Nachbörslich stieg der Kurs um knapp fünf Prozent. Mit einem moderaten Plus von 0,5 Prozent waren die Papiere zuvor aus dem Handel gegangen. Die Börsianer hatten sich auf ein schwächeres Wachstum eingestellt, weil Marktforscher seit Monaten davon berichten, dass sich die Nachfrage nach PC abschwächt und die Kunden stattdessen zu mobilen Geräten wie Smartphones und iPads greifen. Hier ist Intel traditionell vor allem im Vergleich mit dem britischen Chipdesigner ARM weniger gut aufgestellt, holt aber gerade auf.

Vier von fünf PC-Prozessoren stammen von Intel, künftig sollen auch Smartphones und Tablet-Computer von den Chips angetrieben werden. Dafür hatte Intel das Mobilfunk-Geschäft des deutschen Halbleiter-Konzerns Infineon Technologies übernommen. Noch laufen die meisten mobilen Geräte mit der Chiparchitektur von ARM. Dessen Chips brauchen weniger Strom als ihre hungrigen PC-Verwandten. Bei den Computerprozessoren ist Advanced Micro Devices (AMD) der größte Rivale.

Der Umbau geht jedoch ins Geld. Seit einiger Zeit steigen die Kosten bei Intel an, die Marge sinkt. Dennoch steckt Intel weitere zehn Milliarden Dollar in den Rückkauf eigener Aktien, was gewöhnlich den Kurs treibt. Damit hat Intel nun zusammen mit ungenutzten, alten Geldern insgesamt 14,2 Milliarden Dollar für Aktienrückkäufe zur Verfügung. (dpa/tc)