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Intel entwickelt schnellen elektrooptischen Modulator aus Silizium

12.02.2004

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Einen entscheidenden Durchbruch bei der Entwicklung optischer Modulatoren auf Siliziumbasis meldet Intels Forschungsabteilung. Den Forschern gelang es erstmals einen Silizium-Modulator zu bauen, der eine Bandbreite von über einem Gigahertz aufweist. Bislang wurden mit optoelektronischen Bauelementen aus Silizium lediglich 20 Megahertz erreicht.

Optoelektronische Modulatoren kommen hauptsächlich bei der Datenübertragung via Glasfaser zum Einsatz, wo sie die elektronischen Signale, vereinfacht ausgedrückt, in Lichtimpulse umwandeln. Zum Bau entsprechender Switching-Elemente im zehn Gigahertzbereich wurden bisher teure und exotische Materialien wie Gallium-Arsenid verwendet.

Diese Ausgangsmaterialien sind denn auch ein Grund dafür, dass optische Switches sehr teuer sind, da die einzelnen Switching-Komponenten zwischen 1000 und 2000 Dollar kosten. Mit Intels Durchbruch wird nun ein Wunschtraum der Entwickler wahr: Sie können die Komponenten aus dem billigeren Silizium bauen und dabei enorme Kosten einsparen. Nach Schätzungen von Intel werden nämlich entsprechende Bauteile aus Silizium nur fünf bis zehn Dollar kosten.

Sollten sich diese Kostenvorteile auf die Verkaufspreise von optischem Equipment niederschlagen, könnte der Traum von „Fiber to the Desktop“ in naher Zukunft endlich Realität werden. Allerdings warnt Intel vor einer verfrühten Euphorie, da es sich bei der jüngsten Entwicklung nur um einen Durchbruch im Labor handle. Bis zur serienreife des Verfahrens werde es noch einige Jahre dauern. (hi)