"Remote Wake"

Intel entwickelt "PC-Weckruf" weiter

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Intel hat Technik entwickelt, mit der sich ein PC aus der Ferne aufwecken lässt, so dass er beispielsweise Dateien oder Telefonate über eine Internet-Verbindung empfangen kann.

Das funktioniert auch mit PC-basierenden Telefondiensten, die bei eingehenden Gesprächen einen eingeschalteten Rechner voraussetzen. Die neue Technik heißt "Remote Wake" und funktioniert nur mit neuen Rechnern, die mit einem kürzlich vorgestellten Intel-Chipsatz arbeiten. Außerdem brauchen sie neue Software von Intel, die auf einem Speicherchip auf dem Mainboard untergebracht wird.

Es gibt bereits von allerlei Herstellern Software, mit der man Dateien auf dem heimischen Rechner aus der Ferne abrufen kann. Dafür müsse der PC allerdings eingeschaltet sein, was viele Verbraucher für Energieverschwendung halten, erläutert Joe Van De Water, Director of Consumer Marketing bei dem weltgrößten Halbleiterkonzern.

Remote Wake funktioniert allerdings auch nicht mit Rechnern, die vollständig ausgeschaltet sind. Sie müssen sich im Energiespar- oder "Schlaf"-Modus befinden und lassen sich dann von einem Internet-fähigen Mobiltelefon oder Laptop aus "aufwecken", um etwa Dokumente, Fotos oder andere Daten zu empfangen. Für solche Features arbeitet Intel einer Meldung des "Wall Street Journal" zufolge zunächst mit CyberLink und Orb Networks zusammen.

Als besonders nützlich dürfte sich Remote Wake im Zusammenhang mit Internet-Telefonie (VoIP) erweisen. Nutzer starten dabei ausgehende Gespräche oft mit ihrem PC und zusätzlichem Headset. Jedoch ist der Empfang oft ein Problem. Ruft jemand an, während der Rechner ausgeschaltet ist, merkt der Empfänger davon meist nichts.

Der CEO der Internet-Telefoniefirma Jajah, Trevor Healy, bezeichnet dies "als eines der größten Ärgernisse" beim Telefonieren über das Netz. Seine Kommunikations-Company arbeitet gleichfalls mit Intel zusammen. Laut Van De Water ist außerdem der File-Transfer-Spezialist Pando Networks ein weiterer Remote-Wake-Partner. Es plant, TV-Sendungen auf PCs zu übertragen, nachdem diese aufgeweckt wurden.