Neue Server-Plattform, nächste CPU-Generation, Wearables & Co.

Intel Developer Forum 2014 startet

Christian Vilsbeck war viele Jahre lang als Senior Editor bei TecChannel tätig. Der Dipl.-Ing. (FH) der Elektrotechnik, Fachrichtung Mikroelektronik, blickt auf langjährige Erfahrungen im Umgang mit Mikroprozessoren zurück.
Vom 09. bis 11. September gewährt Intel auf seinem Entwicklerforum wieder Einblicke in künftige Produkte. Diesmal steht eine neue Server-Generation im Fokus, doch auch über mobile Geräte, Wearables und das Internet der Dinge sind viele Neuigkeiten und Strategien zu erwarten.
Das Intel Developer Forum in San Francisco verspricht auch dieses Jahr wieder interessante Neuheiten.
Das Intel Developer Forum in San Francisco verspricht auch dieses Jahr wieder interessante Neuheiten.
Foto: Intel

Das große Volumenprodukt in Intels Enterprise-Segment sind zweifelsohne die Xeon-E5-Prozessoren. Server mit diesen CPUs treiben das Groß der Rechenzentren an. Insofern ist eine neue Generation, die mit dem Xeon E5-2600 v3 zum Start des Entwicklerforums ihr Debüt feiert, nicht nur für Intel ein großes Ereignis. Die namhaften Server-Hersteller werden ebenfalls auf Basis des neuen Xeons ihre nächste Servergeneration vorstellen.

Mehr Effizienz: Intel schwenkt auf 14 nm um

Neben der neuen Server-Generation sind einige Neuigkeiten über die sogenannte Broadwell-Architektur zu erwarten. Bei Broadwell handelt es sich um die CPU-Architektur, die die Nachfolge der aktuellen Core-Prozessoren antritt. Das Hauptmerkmal von Broadwell ist die erstmalige Fertigung mit nur 14 nm Strukturbreite. Aktuelle Intel-CPUs werden noch mit einer Halbleitertechnologie von 22 nm produziert. Durch die noch feineren Transistorstrukturen reduziert sich die Energieaufnahme der Prozessoren weiter. Erste Modelle hat Intel übrigens bereits auf der IFA in Berlin vorgestellt; namentlich handelt es sich um den neuen Core M, der lüfterlose und dünne Tablets ermöglichen soll. Auf dem IDF gibt es sich Neuigkeiten, was diese Architektur künftig auch Desktop-PCs und Servern bringen wird.

Wearables und Internet der Dinge

Intel will mit seinem Entwicklerforum aber längst nicht nur traditionelle Hersteller von Smartphones, Tablets, Notebooks, PCs, Servern, Storage- und Netzwerk-Equipement erreichen, sondern adressiert zunehmend Wearables und das sogenannte "Internet der Dinge". In diesem Wachstumssegment will Intel von Anfang an dabei sein und treibt die Entwicklung seiner Produkte entsprechend voran. Nicht noch einmal will der Hersteller einen Trend verschlafen, wie den der Smartphones vor einigen Jahren. Obwohl Intels aktuelle Atom-Prozessoren nach langer Aufholjagd nun durchaus konkurrenzfähig zu ARM sind, ist es schwierig, bei großen Anbietern wie Samsung, Apple oder Sony Fuß zu fassen.

Neues zu Quark und Edison

So hat Intel schon vor einem Jahr den sogenannten Quark-Chip vorgestellt. Der "System on Chip" ist ein sehr kleiner Prozessor mit I/O-Funktionalität; speziell entwickelt für Wearables und das Internet der Dinge (IoT; Internet of Things), wo alle möglichen Geräte miteinander kommunizieren. Im Januar auf der CES im Las Vegas legte Intel-CEO Brian Krzanich einen drauf und präsentierte mit "Edison" einen Quark-basierenden Mini-PC mit der Größe einer SD-Karte. Mit diesem Refernzdesign soll es Entwicklern leichter gemacht werden, neue Wearables zu kreieren. Intel hat seitdem mit XMM6255 auch ein speziell für IoT-Devices optimiertes 3G-Modem entwickelt. Auf dem diesjährigen IDF werden Neuigkeiten zu Intels Wearable- und IoT-Komponenten erwartet.

Doch zurück zu den Smartphones und Tablets: Diese Segmente bleiben für Intel ein wichtiger Teil der eigenen Wachstumsstrategie. Während der Core M eher für leistungsstarke Windows-Tablets und Ultrabooks erste Wahl in nächster Zeit sein wird, ist für Smartphones und kostengünstige Tablets die Atom-Serie vorgesehen. Mutmaßungen zufolge will Intel hier seine Roadmap für 2015 zeigen; bestimmt zeigt Intel erste Atom-Prozessoren im energieeffizienten 14-nm-Prozess. Die Rede ist auch von einem neuen Smartphone-Chip mit integriertem 4G-Modem. Damit sich neue Hardware gleich richtig nutzen lässt, zeichnet Intel für die Entwicklung und Optimierung von Android L für x86-CPUs verantwortlich. Über Googles nächste Android-Generation gibt es so sicherlich einiges zu hören. (TecChannel/mb)