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Intel-Chef Barrett ist vorsichtig optimistisch

31.10.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Trotz positiver Signale ist Intel-CEO Graig Barrett noch nicht vollständig davon überzeugt, dass die Krise der IT-Branche endgültig überstanden ist. "Bevor wir den Durchbruch ausrufen, würden wir gerne sehen, dass US-Konzerne wieder mehr Geld für IT ausgeben", sagte Barrett der "Financial Times Deutschland". Die Nachfrage von kleinen und mittelständischen Firmen sei indes wieder stark, so der Intel-Chef, ebenso die Geschäfte in Schwellenländern wie China, Russland und Indien. "Auch das Japan-Geschäft läuft überraschend gut", berichtete Barrett.

Was Deutschland anbelangt, so sagte der Topmanager auf dem "Handelsblatt Forum" in Berlin, das Land müsse entscheiden, wie es mit dem stärker werdenden Wettbewerbsdruck aus den USA mithalten wolle. Nur mit verstärkten Investitionen in Bildung, IT, Forschung und Entwicklung könne Deutschland seine führende Rolle in der Europäischen Union sichern, so Barrett: "Deutschland ist das wirtschaftliche Herz Europas, und seine Entscheidungen betreffen nicht nur das Land selbst, sondern beeinflussen auch andere europäische Länder und den Rest der Welt."

Die Leistung der Bundesregierung bewertete der Intel-Chef mit "befriedigend": So seien die Reformen zur Schaffung neuer Arbeitsplätze und sinkende Arbeitskosten positive Signale. Es müssten jedoch auch Hindernisse aus dem Weg geräumt werden, die Innovation und Wachstum hemmten, etwa pauschale Urheberrechtsabgaben auf PCs und Computerperipheriegeräte. Diese trieben die Kosten für die Verbraucher in die Höhe, lösten aber das Problem der Softwarepiraterie nicht. (mb)