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Intel-Chef Barrett beklagt unternehmensfeindliche US-Politik

10.05.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Weniger als zwei Wochen vor seinem Abschied als Chef des weltgrößten Chipkonzerns wettert Intel-CEO Craig Barrett noch einmal gegen die aus seiner Sicht unternehmens- und technologiefeindliche US-Politik. Die Vereinigten Staaten liefen Gefahr, bei der Entscheidung von Technologiefirmen über den Standort der nächsten hohen Investitionen übergangen zu werden, warnte der 65-Jährige in einem Interview. So würde Intel innerhalb von zehn Jahren mehr als eine Milliarde Dollar Steuern sparen, wenn der Konzern seine nächste Chipfabrik außerhalb der Vereinigten Staaten, etwa in Malaysia errichtet, erklärte der Topmanager. Eine entsprechende Entscheidung, die dem Gastgeberland Investitionen in Höhe von fünf Milliarden Dollar oder mehr sichern würde, könnte laut Barrett bereits im kommenden Jahr fallen. Alternativ erwäge Intel, eine der bestehenden Fertigungsstätten in den USA auf den neuesten Stand zu bringen.

Die Entscheidung falle dem Management, den Direktoren und den Anleger nicht leicht, so der Intel-Chef. Der Konzern habe die USA gedrängt, Anreize zu schaffen, etwa eine niedrigere Steuerrate für Unternehmen, die im Land investieren. Dennoch halte er es für unwahrscheinlich, dass die Regierung von ihrer bisherigen Position abrückt. (mb)