Instant Messaging knackt Hierarchien

Dr. Peter Schütt, Leiter für Collaboration Solutions Strategien und Knowledge Management bei IBM Collaboration Solutions in Deutschland, berät IBM-Kunden zu den Themen Social-Business-Strategien, Unternehmen 2.0, IT-Arbeitsplatz der Zukunft, Collaboration, Mitarbeiter-Portale, Innovations- und Wissensmanagement. Zudem leitet er den Vorstand des BITKOM-Arbeitskreises „Knowledge Management“, ist Vorsitzender des Programmausschusses der deutschen Wissensmanagement-Konferenz „Knowtech 2013“ und als namhafter Autor aktiv.
In deutschen Unternehmen hat Instant Messaging oft noch den Ruf, durch endlose Chats von der Arbeit abzulenken. Tatsächlich kann es aber die Produktivität verbessern.

Während viele deutsche Unternehmen noch rätseln, ob Instant Messaging von Nutzen sein könnte, hat es sich im privaten Umfeld längst etabliert und ist ähnlich erfolgreich wie SMS. Auf Social-Computing-Plattformen wie OpenBC oder MySpace mit vielen Millionen Mitgliedern ist Instant Messaging heute ein zentraler Bestandteil der Kommunikation. Bedenken von Betriebsräten, dass mit Instant Messaging die Leistung von Mitarbeitern unzulässig kontrolliert werden könnte, lassen sich in der Praxis bisher nicht bestätigen.

Hier lesen Sie ...

  • wie Instant Messaging neue Arbeitsplatzmodelle ermöglicht;

  • warum eine planvolle Einführung von IM in Unternehmen wichtig ist;

  • wie IM eingefahrene Kommunikationsmuster aufbrechen kann;

  • welchen Nutzen die Integration von IM mit Telefonie und Mail bietet.

Die Anzeige des Online-Status ist eine zentrale Funktion von IM. Sie kann auch in andere Anwendungen eingebettet werden.
Die Anzeige des Online-Status ist eine zentrale Funktion von IM. Sie kann auch in andere Anwendungen eingebettet werden.

Im Gegenteil: Mitarbeiter begrüßen zumeist die neue Kommunikationsmöglichkeit und nutzen sie bald sehr intensiv. Denn damit lassen sich ihre Abstimmungs- und Entscheidungsprozesse erheblich beschleunigen. Die dafür wesentliche Funktion im Instant Messaging ist die Online-Statusanzeige, mit der ein Mitarbeiter signalisiert, ob er zum aktuellen Zeitpunkt bereit und verfügbar ist, mit anderen zu kommunizieren. Etwas Vergleichbares gibt es weder beim Telefon noch bei der E-Mail.

Online-Status zeigt Verfügbarkeit

Die Statusinformationen reichen von "Ich bin nicht online" über "Bitte nicht stören" und "Achtung! Ich bin in einer Besprechung" bis hin zu "Ich bin erreichbar". Aufgrund dieses Anwesenheitsindikators können etwa Experten ad hoc in Entscheidungsprozesse einbezogen werden. Dabei spielt es keine Rolle, wo sich diese gerade befinden, Hauptsache sie sind online. Sogar über ein Mobiltelefon sein kann man mittlerweile am Instant Messaging teilnehmen. Es macht aus Unternehmen mit mehreren Standorten ein einziges, virtuelles Großraumbüro, in dem man immer sieht, welche Kollegen und Experten bei Problemen schnell helfen können - aber ohne die Nachteile eines realen Massenbüros.