Instant Messaging: Arbeitssitzung im Chat-Room

09.01.2003 | von Frank Niemann
MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Wissen, welcher Kollege gerade online ist, direkte Kommunikation und Online-Konferenzen statt E-Mail und Telefon: So lauten die Vorzüge der Instant-Messaging-Technik. Allerdings hat die Sache einen Haken: Auch Anwender in Firmen nutzen die unsicheren Consumer-Tools. Doch nun bringen Softwareanbieter professionelle Server-Software zum Verwalten und Absichern von Instant-Messaging-Umgebungen auf den Markt.

Millionen Internet-Benutzer kommunizieren über öffentliche Instant-Messaging-(IM-)Dienste. Chat-Services stehen auch bei deutschen Web-Anwendern hoch im Kurs: In der letzten Umfrage des Marktforschungsunternehmens Fittkau & Maaß gaben 15 Prozent der über 99.000 befragen Web-Nutzer an, regelmäßig auf solche Tools zurückzugreifen.

Zunehmend machen aber auch Intranet-Anwender von den Services Gebrauch. Sie erfahren über die Kontaktliste des IM-Clients, welche Kollegen ihren Arbeitsplatzrechner eingeschaltet haben („Presence Awareness“), und können mit ihnen statt per Telefon oder E-Mail über einen Tastaturdialog in Kontakt treten. Ferner lassen sich über die Desktop-Programme Dateien versenden sowie Online-Konferenzen per Chat abhalten. Auch im professionellen Segment erwarten Analysten daher ein enormes Wachstum. So soll laut den Untersuchungen von IDC die Zahl der Anwender in Unternehmen im Jahr 2004 auf weltweit 180 Millionen ansteigen. Im Jahr 2000 zählten die Marktforscher 5,5 Millionen Clients.

Sichere Kommunikation

Zu den Spitzenreitern in Sachen Instant-Messaging zählen Yahoo, AOL und Microsoft. Sie betreiben eigene Chat-Dienste für Konsumenten, die sich den IM-Client des jeweiligen Anbieters herunterladen müssen. Nach den Privatkunden haben diese Hersteller jetzt auch den Firmenkunden entdeckt und bringen Produkte auf den Markt, mit denen Unternehmen interne Instant-Messaging-Anwender besser verwalten sowie den Zugriff auf externe IM-Services absichern können.

Die Newcomer im Business-Segment treffen dabei unter anderem auf die IBM-Tochter Lotus, die mit „Sametime“ eine Ergänzung zur „Notes/Domino“-Umgebung beziehungsweise der „Websphere“-Produktfamilie vermarktet und im Firmenumfeld auf große Akzeptanz stößt. Der Chiphersteller Infineon aus München zum Beispiel nutzt bereits in großem Stil Lotus Notes zum firmenweiten Dokumentenaustausch und will demnächst Sametime für insgesamt 25.000 Mitarbeiter an 135 Standorten einführen.