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Insolvenzverfahren gegen Herzog Telecom

02.05.2001

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Das Amtsgericht Trier hat gegen das Kommunikationsunternehmen Herzog Telecom das Insolvenzverfahren wegen drohender Zahlungsunfähigkeit eröffnet. Der vorläufige Insolvenzverwalter, Justizrat Hermann Schmitt, hatte am Montag alle nötigen Gutachten vorgelegt. Betroffen ist auch die 100-prozentige Tochtergesellschaft Herzog Direkt GmbH. Das börsennotierte Unternehmen hatte im März 2001 das Verfahren wegen Zahlungsschwierigkeiten selbst beantragt. Schmitt wird nun bis zum 15. Mai einen entsprechenden Business-Plan vorlegen. Zur Zeit werde mit zwei Investoren verhandelt, die Interesse an der angeschlagenen Mobilfunkfirma haben. Nach Angaben von Firmenchef Sven Herzog wird das Unternehmen künftig mit 40 Mitarbeitern unter dem Namen One Cent agieren. Im Oktober vergangenen Jahres beschäftigte Herzog noch 211 Angestellte.

Der Firmenchef begründete die finanziellen Schwierigkeiten unter anderem mit der im vergangenen Jahr gesunkenen Zahl von Vertragsabschlüssen mit Mobilfunkkunden. Außerdem gebe es Gehaltsforderungen von Mitarbeitern sowie Mietrückstände.

Das Unternehmen war vor allem wegen überzogener Versprechungen bei der Vermittlung von Handy-Verträgen in Schwierigkeiten geraten. So hatte Herzog Telecom den Kunden des Mobilfunkanbieters Viag Interkom eine Erstattung der Grundgebühr versprochen. Die nicht erfüllten Forderungen von insgesamt etwa 11.000 Kunden bezifferte die Firma auf 750.000 Euro.