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Innominate entlässt 40 Prozent der Mitarbeiter

16.03.2001

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der unter Druck geratene Berliner IT-Dienstleister Innominate, der bereits im Dezember 2000 zwei Niederlassungen schließen und zehn Prozent seiner Mitarbeiter entlassen musste (Computerwoche online berichtete), will nun weiteren 40 Prozent seiner 90 Beschäftigten kündigen. Der einstige Full-Service-Provider im Linux-Umfeld, der erst vor kurzem seine Produktpalette auf die Tätigkeitsfelder Sicherheitslösungen und Hochverfügbarkeit reduziert hatte, will eine weitere Angebotseinschränkung vornehmen: "Wir werden unsere Kapazitäten und Ressourcen voll auf den Bereich Sicherheitsprodukte und den dafür vorgesehenen Service konzentrieren", erklärte Innominate-Chef Raphael Leiteritz. Die Hochverfügbarkeits-Produkte werden aufgegeben. Leiteritz begründete

diesen Schritt damit, dass Hochverfügbarkeit mit Linux zwar ein prestigeträchtiges Thema sei, aber sich bei dem noch sehr verhaltenen Markt nicht rechne.

Leiteritz gab zu, dass die Sparmaßnahmen zudem in Abstimmung mit seinen Risikokapitalgebern gefallen ist, zu denen auch die BMP AG gehört, die selbst in die finanzielle Schieflage geraten ist. Der Innominate-Chef erklärte gegenüber der COMPUTERWOCHE, ohne die Entlassungen und die Konzentrierung auf den Business-Bereich Sicherheitslösungen seien die Venture-Capital-Geber nicht bereit, über ihre gegebenen Verpflichtungen hinaus weitere Summen aufzubringen, bis Innominate zu einem späteren Zeitpunkt an die Börse gehen kann. Die Berliner wollen bis Ende des Jahres die Gewinnzone erreichen.