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Informix zahlt für vergangene Sünden

27.05.1999
143 Millionen Dollar Kompensation

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) – Der amerikanische Datenbankanbieter Informix einigte sich diese Woche mit Aktionären, die das Unternehmen wegen finanzieller Manipulationen Mitte der 90er Jahre verklagt hatten. Insgesamt 143 Millionen Dollar erhalten die Kläger zur Kompensation, wobei über 34 Millionen von der damaligen Informix-Beratungsgesellschaft Ernst & Young und knapp 14 Millionen von einer Versicherung überwiesen werden. Den Rest bringen die Datenbanker in bar und neuen Aktien auf.

Informix hatte von 1995 bis 1997 unter dem damaligen CEO Phillip White den eigenen Aktienkurs künstlich in die Höhe getrieben. So wurden beispielsweise Verkäufe gebucht, die noch nicht unter Dach und Fach waren. Diese "Phantomgeschäfte" hatten den Umfang von mehreren hundert Millionen Dollar und mußten später eingestanden werden, worauf der Kurs der Aktie in den Keller fiel. Kurz zuvor hatten CEO White und sein Finanzchef Howard Graham Anteile im Wert von mehr als 15 Millionen Dollar verkauft. Bob Finocchio, der noch bis Mitte Juli des Jahres das Amt des CEO bei Informix ausübt, hatte den Abschluß der acht Monate dauernden Verhandlungen zu einer seiner letzten Aufgaben bei Informix erklärt.