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Informatikprofessor verurteilt

01.07.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Zwei Informatikprofessoren der Fachhochschule Konstanz haben Geld von Firmen kassiert, die Diplomarbeiten von Studenten betreuten. Nun kam das dicke Ende vor Gericht: Einer wurde zu einer Geldstrafe von 32 000 Euro verurteilt, der zweite akzeptierte einen Strafbefehl, schied allerdings aus dem Hochschuldienst aus und verlor überdies seinen Professorentitel.

Beide sahen sich mit dem gleichen Vorwurf konfrontiert: Sie verlangten Geld für Diplomarbeiten, und zwar von jenen Firmen, bei denen die Informatikstudenten ihre Arbeiten recherchierten und schrieben. Das Geld floß auf die Privatkonten der beiden Professoren.

Allerdings sollen die Verfehlungen in abgeschwächter Form häufiger vorgekommen sein: Insgesamt acht Konstanzer FH-Professoren sahen sich mit dem Vorwurf ausgesetzt, für Diplomarbeiten von den betroffenen Firmen Geld zu verlangen - Geld, das allerdings nicht auf das Konto der Hochschullehrer, sondern an die Fachhochschule überwiesen wurde.

Ein schlechtes Gewissen hatten die Professoren bei ihren Forderungen nicht. Schließlich sind ja gerade Fachhochschulen gesetzlich dazu verpflichtet, von Unternehmen Drittmittel einzuwerben, beispielsweise für Gutachten oder Forschungsaufträge.

Nun bemüht sich Rektor Olaf Harder um eine eindeutige Grenzziehung: Wenn Firmen etwas an die Hochschule überweisen, muss das klar in entsprechenden Kooperationsverträgen geregelt sein. Davon müsse man die Dienstaufgaben im Bereich Lehre und Forschung vollständig trennen, sagt der Rektor. (hk)