VDI warnt

Informatikermangel - die Zeitbombe tickt

Heinrich Vaske ist Chefredakteur der COMPUTERWOCHE und verantwortlich im Sinne des Presserechts (v.i.S.d.P.). Seine wichtigste Aufgabe ist die inhaltliche Ausrichtung der Computerwoche - im Web und in der Zeitschrift. Vaske verantwortet außerdem inhaltlich die Sonderpublikationen, Social-Web-Engagements und Mobile-Produkte der COMPUTERWOCHE und moderiert Veranstaltungen. Weitere Interessen: der SV Werder Bremen, Doppelkopf und Bücher - etwa die von P.G. Woodhouse.
Der VDI hat den Informatik-Arbeitsmarkt untersucht. Ergebnis: So richtig weh, tut der Mangel an Spezialisten erst in ein paar Jahren.

Nach Berechnungen des VDI gab es im Januar 2011 rund 184.000 sozialversicherungspflichtig beschäftigte Informatiker. Knapp 23.600 Stellen können derzeit nicht besetzt werden, und gut 7000 Informatiker sind ohne Beschäftigung. Die Arbeitslosenquote liegt in diesem Markt bei 3,8 Prozent.

Dieter Westerkamp, stellvertretender Leiter Technik und Wissenschaft beim Verein Deutscher Ingenieure e.V. (VDI), stellt eine "besorgniserregende Entwicklung für den IT-Standort Deutschland" fest. Eine Umfrage des Vereins unter 450 IT-Experten habe ergeben, dass in Zukunft vor allem in den Bereichen Softwareentwicklung, IT-Projekt-Management und Sicherheit Fachkräfte gesucht würden. Mit Weiterbildungsmaßnahmen, Outsourcing und flexibleren Arbeitszeitregelungen hoffen die Unternehmen, die Beschäftigungskrise abzumildern.

Zu viele Studienabbrecher

Laut VDI nahmen 2009 insgesamt 38.281 Abiturienten ein Informatikstudium auf - so viele wie in den vergangenen zehn Jahren nicht mehr. Allerdings kamen im selben Jahr nur knapp 19.000 Studenten zu einem Examen, fast jeder zweite Student bricht sein Informatikstudium ab. Der VDI fordert, bereits in den Schulen anzusetzen, die Lehrpläne zu überarbeiten und so den Einstieg in technische Studiengänge zu erleichtern. (hv)