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Informatica macht sich stark für Datenqualität

20.02.2006
Der Spezialist für Datenintegration hat erläutert, wie er die zugekaufte Technik von Similarity Systems integrieren will. Zugleich gab er einen Ausblick auf die nächsten Version seines Produktflaggschiffs "Powercenter" und plant Software zur Miete anzubieten.

Bis vor kurzem hatte Informatica seine Kunden bei komplexen Anforderungen im Datenqualitäts-Management an Partner wie Firstlogic und Harte-Hanks (Trillium) verwiesen. Mit dem Kauf des irischen Anbieters Similarity Systems Ende Januar erfolgte dann die Kehrtwende in der Produktstrategie. Künftig will sich nun Informatica mit dessen Tools für die Datenbereinigung sowie zur Datenanalyse von Quellsystemen selbst als Spezialist empfehlen. Auf einem Analystentreffen erklärte Chief Executive Officer Sohaib Abbasi den Sinneswandel mit veränderten Anforderungen bei den Kunden, die mittlerweile mehr verlangten als nur Funktionen für die Namens- und Adressbereinigung. Hinzu kommt, dass Similarity, das erst 2001 gegründet wurde, nach eigenen Angaben bereits 160 Großkunden betreut, darunter die Dresdner Bank, Procter und Gamble und Nestle, die auch Kunden von Informatica sind.

Datenqualität unternehmensweit überwachen

Informaticas bietet mit seinem Kernprodukt für die Datenintegration "Powercenter" bereits Standardfunktionen für Datenqualität. Doch erst mit der Similarity-Technik könne man laut Abbasi auch ein unternehmensweites und umfassendes Datenqualitäts-Management einführen. Hierzu bietet Similarity mit "Athanor" eine Produktsuite, die auch Business-Anwender die Möglichkeit geben soll, Datenqualität anhand einfacher Regeln umzusetzen und über Metriken zu überwachen. Mit der Software "Axio", die auch Technik der 2005 von Similarity gekauften Evoke Software enthält, existiert ferner ein Produkt, mit dem Eigentümer von Daten, den Inhalt, die Qualität und die Struktur jeder Datenquelle analysieren können. Ziel ist es, noch vor Beginn des Projekts im Bereich Datenqualität, Datenmigration oder der unternehmensweiten Anwendungsintegration ein klares Verständnis über die betroffen Daten zu erhalten.

Powercenter 8 im Anmarsch

Die Produkte von Similarity sollen im Laufe des Jahres in Informaticas Portfolio integriert werden und dort voraussichtlich unter den Bezeichnungen "Powerquality" und "Powerdiscovery" weiterleben. Für April ist zunächst ein Zwischen-Release beider Tools geplant, das unter anderem die Integration auf Metadatenebene zwischen den Produkten und Powercenter verspricht. Es wird zeitgleich mit Version 8 von Powercenter auf den Markt kommen und diese um erste Datenqualitätsfunktionen erweitern. Andere Neuerungen oder Verbesserungen in Powercenter 8 betreffen das Deployment in einem Server-Grid, die Systemoptimierung sowie Entwicklungswerkzeuge, die der hersteller durch Java-basierende Templates und -Transformationen produktiver machen will.

Die weitere Entwicklung von Powercenter wird zudem weiter in Richtung einer Service-orientierten Architektur (SOA) gehen, die wiederverwendbare Datendienste bietet. Mit der technischen Entwicklung einher, gehen Pläne, schon in naher Zukunft Datenintegrationstechnik zusätzlich auch auf Mietbasis (On Demand) anbieten zu können. Trends wie Business Process Outsourcing (BPO) und Software as a Service würden dieses Vertriebsmodell zunehmend interessant machen. Bereits im März will Informatica hierzu mehr verraten. (as)