Informatica: Datenbewirtschaftung braucht ein Integration Competency Center

Sascha Alexander ist Manager Marketing & Kommunikation bei der QUNIS GmbH, Neubeuern, die auf Beratung und Projekte in der Business Intelligence, Big Data und Advanced Analytics spezialisiert ist. Zuvor war der Autor als Director Communications bei den Marktforschungs- und Beratungsunternehmen BARC und PAC tätig. Als ehemaliger Redakteur der COMPUTERWOCHE sowie Gründer und Chefredakteur des Portals und Magazins für Finanzvorstände CFOWORLD verbindet ihn zudem eine lange gemeinsame Zeit mit IDG.
Seine Themenschwerpunkte sind: Business Intelligence, Data Warehousing, Datenmanagement, Big Data, Advanced Analytics und BI Organisation.
Mit Version 8.5 seiner Produkte für die Datenintegration will Informatica ein systematisches Verwalten von Unternehmensdaten ermöglichen.

Seit längerem verfolgt Informatica die Strategie, seine ursprünglich für die Datenbewirtschaftung im Data Warehousing entwickelte Software PowerCenter durch Weiterentwicklungen und Zukäufe für Einsatzgebiete wie die Synchronisation und Migration von Daten sowie das Datenqualitätsmanagement auszubauen (siehe auch "Powercenter wird zur Datenintegrationsplattform"). Stellte Version 8 von PowerCenter im letzten Jahr noch ein Zwischenschritt auf diesem Weg dar, so sei nun laut Bert Oosterhof, Director of Technology Europa, Middle East, Asien (EMEA) bei Informatica, mit den Produkten PowerCenter 8.5 (Datenintegration), PowerExchange 8.5 (Datenzugriff) sowie Informatica Data Quality 8.5 (Datenqualität) das Ziel weitgehend erreicht. Sie enthalten zahlreiche, von Kunden gewünschte Detailverbesserungen, die bisherige Schwachpunkte und Limitationen von PowerCenter 8 mit Blick auf das angestrebte universelle Datenmanagement beseitigen sollen.

Einige Highlights: PowerCenter 8.5 wurde laut Hersteller nochmals für den schnellen Zugriff auf diverse Unternehmensdaten getrimmt und nutzt nun die Konnektivity-Software PowerExchange als integrierten Bestandteil. Letztere dient dem Zugriff auf Host-Daten, SAP-Systemen und andere Quellsysteme und war bisher nur separat oder in Kombination mit der Software für das Datenqualitäts-Management Informatica Data Quality erhältlich. Mit dem aktuellen Release sind nun Mechanismen enthalten, mit denen sich geänderte Daten in den Ursprungssysteme automatisch erkennen und gezielt laden und synchronisieren lassen (Change-Data-Capture). Ziel ist es, auf diesen Weg eine zeitnahe und schnelle Datenintegration und -aktualisierung zu ermöglichen.

Datenmigration und Monitoring

Noch in diesem Monat soll auch ein Werkzeug zur Datenmigration verfügbar sein. Dieses vereint laut Oosterhof vorhandene Technik, neue Workflow-Funktionen und Best Practices. Anwender können mit dem Tool beispielsweise Regeln hinterlegen im Repository, die der Entwickler dann bei seiner Arbeit berücksichtigen kann. Bereits verfügbar ist hingegen eine aktualisierte Version des Clients "Metadata Manager". Er dient der Überwachung von Datenbewegungen und –verknüpfungen und wurde laut Hersteller dahin angepasst, dass ich neben Administratoren auch Analysten nutzen können, um Auswertungen und Berichte als Nachweis für eine Einhaltung von Verhaltensmaßregeln, Gesetzen und Richtlinien (Compliance) zu erstellen. Überarbeitet wurde auch das bisherige Sicherheitskonzept für den Zugriff auf Daten in Powercenter. Es lässt sich auf Wunsch der Kunden nun wesentlich detaillierter aufbauen. Mit der für November angekündigten Option "Data Masking" kommt ferner die Möglichkeit hinzu, Daten ohne personenbezogene Informationen anzuzeigen.

Datenqualität und Governance

In puncto Datenqualitätskontrolle findet laut Tom Golden, Director of Corporate Communications (Data Quality) bei Informatica, mit Version 8.5 die Integration des Anfang 2006 gekauften Anbieters Similarity Systems ihren Abschluss. Zugleich kommt als neue und separat zu lizenzierende Option das Frontend "Informatica Data Quality for Point of Entry" hinzu, das beispielsweise SAP-Anwender in die Lage versetzen soll, Adressen zu validieren und auf Doppeleinträge zu überprüfen, während sie Daten in Anwendungen eingeben. Eine andere Neuerung ist ein Web-basierendes Frontend, mit dem Anwender Ausnahmen in den Daten (Exceptions) manuell und separat vom laufenden System nachbearbeiten können. (siehe auch "Wie sich Datenqualität steigern lässt")

Strategisches Ziel der neuen Produkte ist es laut Informatica, Unternehmen beim Aufbau und den Betrieb von Integration Competency Center (ICC) zu unterstützen. ICC sollen als Stabstellen in großen Unternehmen alle Aufgaben, Systeme und Best Practices im Datenmanagement zentralisieren und koordinieren. Laut Oosterhof gebe es mittlerweile einige Kunden, die diesen organisatorischen Ansatz verfolgten. Vor allem mit der Diskussion um Service-orientierte Architekturen (SOA) ist in der letzten Zeit das Daten-Management als Basis für solche Vorhaben erkannt worden. Informatica und Hersteller wie Teradata, IBM oder SAS Institute wollen sich künftig als Lieferant von Data Services empfehlen, mit denen sich alle Aufgaben und Formen des Daten-Managements sowie die Integration der Daten in die operativen Prozesse in einer SOA bewerkstelligen lassen (siehe auch "Stammdaten - Der Business Case für SOA"). Organisatorisch könnte ein ICC den Aufbau und die Pflege der Services steuern. (as)