ERP-Software

Infor, Proalpha, Abas, Oxaion und AP AG bauen aus

Vice President Software & SaaS Markets PAC Germany
Die Anbieter von ERP-Software stärken ihren Branchenfokus, fügen weitere Basiskomponenten ein und verschönern das Frontend.

Da ERP-Systeme für immer mehr branchenspezifische Aufgaben jenseits von Buchhaltung und Materialwirtschaft genutzt werden, verbreitern Softwarehäuser hier ihr Angebot. Zunehmend sollen die Applikationen neben der Transaktionsverarbeitung auch Planungsaufgaben bewältigen können.

Infor: ERP LN lernt EDI-Sprache Odette

Das Softwarehaus Infor beispielsweise will im Dezember das Feature Pack 6 für das Kernprodukt "ERP LN" (vormals Baan) herausbringen. Die Funktionserweiterung richtet sich vor allem an die Automobilbranche. Dazu zählt die Auftragsabwicklung per "Just in Sequence". Mit dem Modul "Autoconnect", einer Weiterentwicklung der EDI-Lösung "Infor AC Manager", können beispielsweise Zulieferbetriebe mit den Autowerken Geschäftsdaten über EDI-Formate wie "Odette" austauschen. Autoconnect ist eine "Evolve"-Komponente; so bezeichnet der Anbieter Zusatzmodule, die über Schnittstellen mit verschiedenen Infor-Produkten integriert werden können.

Mit dem Ausbau von ERP LN in Richtung Automobilbranche möchte Infor unter anderem Nutzer von "Infor AS" (vormals Brain AS) ansprechen, die über eine Alternative zu der AS/400-Lösung nachdenken.

Abas: Unternehmenssteuerung, neues GUI und DMS

Die Erweiterungspläne von Abas zielen in Richtung Unternehmenssteuerung (auch Performance Management) und Dokumenten-Management. Beispielsweise soll demnächst eine Absatz- und Umsatzplanung mit der Software möglich sein. Hierzu will Abas ein Drittprodukt eines Performance-Management-Herstellers einbinden. Zudem arbeitet der in Karlsruhe beheimatete Softwareanbieter an einem integrierten Dokumenten-Management-System ("Abas-DMS"), das es Anwendern unter anderem erlauben soll, Buchungsbelege, CAD-Dateien sowie Verträge zu archivieren. Bislang hatte Abas DMS-Aufgaben Kooperationspartnern wie etwa Habel oder Easy Software überlassen, deren Produkte mit der Abas Business Software per Schnittstelle verbunden werden können.

Im nächsten Frühjahr soll es darüber hinaus eine neue Benutzerschnittstelle auf Web-Basis geben, die den ERP-Nutzer besser bei seinen Aufgaben unterstützt. Das prozessorientierte Interface stützt sich auf die in Abas eingebundene Portal-Software "Liferay".