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Infineon winkt "Milliardenauftrag" in China

01.09.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der Münchner Chiphersteller Infineon steht angeblich kurz vor Abschluss eines Großauftrags in China. Wie das "Handelsblatt" berichtet, soll der Siemens-Ableger Chips für die neuen Ausweise im Lande der Mitte liefern. Es sei so gut wie sicher, dass Infineon zusammen mit einem einheimischen Partner zum Zuge kommt, schreibt das Blatt unter Berufung auf Branchenkreise. Das Unternehmen selbst hat den Auftrag bislang noch nicht bestätigt. Auch der Name des chinesischen Partners wurde nicht genannt.

Um Fälschungen zu unterbinden, will die Volksrepublik in den nächsten fünf bis sechs Jahren die bisherigen Papierausweise durch Chipkarten ersetzen. Bislang war man jedoch in Medienberichten davon ausgegangen, dass Infineon dabei außen vor bleibt und Wettbewerber wie der US-Hersteller Schlumberger oder die israelische OTI den Zuschlag erhalten.

Wie viel Infineon an der Ausgabe von rund einer Milliarde neuer Ausweise einnehmen und letztendlich verdienen könnte, ist ungewiss: China legt nach Angaben der Branchenexperten aber großen Wert darauf, dass das Projekt mit einem möglichst hohen Anteil lokaler Zulieferung ausgeführt wird. Und obwohl ein Chip in der Regel zwischen einem und zwei Euro kostet, kann man davon ausgehen, dass Infineon einen deutlichen Mengenrabatt gewähren muss. (mb)