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Infineon weitet Nettoverlust auf 328 Millionen Euro aus

22.04.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der Münchner Chiphersteller Infineon musste für das zweite Geschäftsquartal 2003 (Ende: 31. März) einen unerwartet hohen Verlust ausweisen: Im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum kletterte der Nettoverlust von 108 Millionen auf 328 Millionen Euro oder 45 (16) Cent pro Aktie, im vorangegangenen ersten Quartal hatte der Konzern lediglich ein Defizit von 40 Millionen Euro ausgewiesen (Computerwoche online berichtete). Das Minus vor Zinsen und Steuern (EBIT) erhöhte der Siemens-Ableger im aktuellen Berichtszeitraum von 178 Millionen auf 223 Millionen Euro und verfehlte damit die Erwartungen der von Reuters befragten Analysten. Diese hatten im Schnitt lediglich mit einem operativen Verlust von 152 Millionen Euro gerechnet. Infineon machte für das schlechte Abschneiden in erster

Linie die gesunkenen Preise für DDR-Speicherchips verantwortlich. Daneben belasteten Wertberichtigungen auf latente Steuern das Nettoergebnis mit 103 Millionen Euro, Sondereffekte wie die Abschreibung von Lagerbeständen, einmaligen Lizenzeinnahmen oder Restrukturierungskosten, schlugen mit weiteren 54 Millionen Euro zu Buche.

Den Quartalsumsatz bezifferte der Münchner Konzern auf 1,48 Milliarden Euro, das sind 13 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Bereinigt um die Effekte der Übertragung des Optoelektronik-Segments an Osram, legten die Einnahmen gegenüber dem vorangegangenen ersten Quartal um drei Prozent zu. Gleichzeitig geht der Vorstandsvorsitzende Ulrich Schumacher davon aus, dass sein Unternehmen trotz schwieriger Rahmenbedingungen weitere Marktanteile gewonnen hat. Der Konzernchef ist zuversichtlich, dass die gestiegene Nachfrage in den meisten Geschäftsbereichen anhalten wird. Um auf den starken Preisdruck zu reagieren, sollen gleichzeitig Maßnahmen ergriffen werden, um die Produktivität zu steigern und die Kosten zu senken. (mb)