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Infineon sieht sinkende Ergebnisse

24.01.2006
Beim defizitären Chipbauer Infineon ist auch im laufenden zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2005/06 keine Besserung in Sicht.

Im Bereich Kommunikation dürfte sich der operative Verlust gegenüber dem Vorquartal (minus 21 Millionen Euro) ausweiten, teilte Infineon vor Börseneröffnung mit. Im Segment Automobil-, Industrieelektronik und Multimarket werde der operative Gewinn (EBIT) vor allem wegen höherer Forschungs- und Entwicklungsausgaben sinken. Für die umsatzstärkste Sparte Speicherprodukte, die der Konzern abstoßen will, blieben die Münchner einen konkreten Ausblick auf das laufende Quartal (Januar bis März) schuldig.

Marktbeobachter zeigten sich von den Nachrichten aus München enttäuscht. Ein Experte nannte den Ausblick "lückenhaft und entmutigend". Es fehle insbesondere eine Prognose, ob der Chipbauer sein Kostenniveau bei DRAM-Speicherprodukten senken könne. Die im DAX notierte Aktie der Infineon Technologies AG verlor in den ersten Handelsminuten 0,39 Prozent auf 7,76 Euro, während der Leitindex leicht zulegte.

Bereits am Freitagnachmittag hatte Infineon überraschend Eckdaten zum ersten Quartal 2005/06 veröffentlicht. Infineon hatte seinen Quartalsverlust nicht wie von Experten erwartet halbiert, sondern wegen des Preisverfalls bei Speicherchips fast verdoppelt. Der Fehlbetrag weitete sich im Quartalsvergleich bei sinkenden Umsätzen von 100 auf 183 Millionen Euro aus. Den Umsatzschwund begründete Infineon hauptsächlich mit den stark gesunkenen durchschnittlichen Verkaufspreisen von DDR2-Speichermodulen im Segment Speicherprodukte.

Infineon-Chef Wolfgang Ziebart zeigte sich dennoch zuversichtlich. "Wir sind mit unserer Restrukturierung auf dem richtigen Weg", sagte er. "Im ersten Quartal konnten wir den EBIT-Fehlbetrag in unserem Kommunikationsbereich wie auch im Geschäft mit Sicherheits- und Chipkarten verringern, was zu einem positiven Gesamt-EBIT der Logiksegmente geführt hat." Infineon will sich künftig auf den Logikbereich konzentrieren und die stark schwankungsanfällige Speichersparte abspalten.

Für das laufende zweite Geschäftsquartal rechnet Infineon damit, dass sich der gesamte Umsatz der Logiksegmente im Vergleich zum Vorquartal "weitestgehend stabil" entwickelt und das operative Ergebnis schrumpft. "Für das Segment Speicherprodukte geht das Unternehmen davon aus, dass die Bit-Produktion durch zusätzliche Kapazitäten um mehr als 20 Prozent gesteigert werden kann", hieß es in der Mitteilung. Infineon will seine Produktion im Chipwerk München-Perlach auslaufen lassen. Gleichzeitig bauen die Münchner einen neuen Produktionsstandort in Kulim (Malaysia) auf. Im US-Werk in Richmond werde die 300-Millimeter-Produktion hochgefahren. (dpa/tc)