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Infineon: Schließung von Münchner Werk billiger als Weiterbetrieb

28.09.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die geplante Schließung des Münchner Werks ist für den Infineon-Konzern nach seinen Angaben deutlich billiger als ein Weiterbetrieb mit notwendiger Modernisierung. Es stimme zwar, dass der Konzern von Gesamtkosten von mehr als 100 Millionen Euro im Zusammenhang mit dem Auslaufen des Betriebs ausgehe, sagte ein Infineon-Sprecher am Mittwoch der dpa. "Das sind aber keine reinen Schließungskosten." Selbst diese Summe sei aber deutlich niedriger als die 270 Millionen Euro, mit denen nach einem Gewerkschafts- Gutachten das Münchner Werk binnen fünf Jahren auf den Produktivitätsstand gebracht werden könnte, den derzeit das WerkRegensburg hat.

Infineon bestätigte damit erstmals die Information der IG Metall, dass die Schließung den Konzern mehr als 100 Millionen Euro kosten wird. Darin seien aber nicht nur Abfindungen und der Rückbau der Fertigungsstätte München-Perlach enthalten, sagte der Sprecher. Hinzu komme beispielsweise auch die Umstellung von einer Sechs-Zoll-Fertigung in München-Perlach auf eine moderne Acht-Zoll-Fertigung in Regensburg.

Die IG Metall hofft, die für Anfang 2007 geplante Schließung des Werks mit 800 Beschäftigten noch verhindern zu können. "Da wird unsinnig Kapital vernichtet", sagte Bezirkschef Werner Neugebauer. Infineon verweist dagegen darauf, dass München-Perlach ein veralteter Standort sei und den Rückstand auch kaum aufholen könne. Selbst wenn das Werk in fünf Jahren den Stand erreiche, den heute Regensburg biete, hinke es noch hinterher, da Regensburg bis dahin auch Fortschritte mache. (dpa/mb)