140 Millionen Euro Strafe

Infineon muss für Kartellbildung büßen

25.06.2010
Die Sünden der Vergangenheit kommen Infineon teuer zu stehen: Nachdem bereits das US-Justizministerium und die EU-Kommission den deutschen Halbleiter-Hersteller für Preisabsprachen bei Speicherchips belangt haben, waren nun 33 US- Bundesstaaten dran. Infineon und fünf Wettbewerber müssen in einem Vergleich umgerechnet insgesamt 140 Millionen Euro berappen.

Infineon zeigte sich erleichtert, das seit vier Jahren laufende Verfahren zu einem Ende gebracht zu haben. Wieviel sie nun zahlen müssen, ließen die Münchner am Freitag aber offen. "Es belastet unser Ergebnis nicht, weil dafür eine Rückstellung gebildet worden ist", sagte ein Konzernsprecher lediglich.

Die fraglichen Vorgänge liegen weit zurück in den Jahren 1998 bis 2002. Die Vertreter der Speicherchip-Firmen hätten sich damals regelmäßig getroffen, sagte der kalifornische Justizminister Edmund Brown. Er hatte das Verfahren im Namen aller Bundesstaaten geführt. "Das große Preisschild dieses Vergleichs soll als Warnung dienen."

Bereits 2004 hatte das Justizministerium in Washington Infineon für die Kungeleien zur Rechenschaft gezogen. Der Konzern bekannte sich schuldig und musste 160 Millionen Dollar zahlen. Erst vor einem Monat hatte dann die EU-Kommission wegen der gleichen Vorwürfe ein Bußgeld gegen eine ganze Reihe von Firmen verhängt. Auf Infineon entfielen dabei 56,7 Millionen Euro.

Die US-Bundesstaaten haben neben den Deutschen auch die heimische Micron sowie die asiatischen Wettbewerber NEC, Hynix, Elpida und Mosel-Vitelic belangt. "Diese Unternehmen haben sich zu einem illegalen, globalen Verbund verschworen, um Preise für Computerchips festzulegen", stellte der kalifornische Justizminister Brown fest. Es habe sich um eines der größten Kartelle gehandelt, das jemals entdeckt worden sei.

Das Geld fließt nun über zwei Jahre lang zuzüglich Zinsen an die geschädigten Kunden, allen voran Schulen und Behörden. 2007 hatten bereits die Hersteller Samsung und Winbond Verfehlungen eingeräumt und 113 Millionen Dollar gezahlt.

Inhalt dieses Artikels