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Infineon bekräftigt Rückkehr in die Gewinnzone

18.09.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Infineon-Chef Ulrich Schumacher ist nach wie vor zuversichtlich, dass sein Unternehmen im laufenden vierten Geschäftsquartal wieder schwarze Zahlen schreibt. "Ich bin mir sehr sicher, dass es im operativen Geschäft gut aussehen wird", sagte Schumacher gegenüber dem "Handelsblatt", über eventuell anfallende Sondereffekte könne er jedoch keine Aussagen machen. Besonders bei den Speicherchips sei eindeutig eine Erholung zu sehen, so der Konzernchef. Da die Preise über den Produktionskosten lägen, habe der Bereich eine gute Chance, positiv abzuschließen.

In Hinblick auf das kommende Jahr warnte der Vorstandsvorsitzende des Münchner Chipkonzerns jedoch vor zuviel Optimismus: "Die Unsicherheit sei nach wie vor groß, die Prognosen wacklig", so Schumacher. Das Produktionsvolumen gehe zwar auch bei Infineon eindeutig nach oben. Gegenwärtig sei jedoch noch unklar, wie stark der weitere Preisrückgang ausfallen werde.

Zu den Plänen des Siemens-Ablegers in China meinte Schumacher, sein Unternehmen plane, den Marktanteil bei Speicherchips in dem asiatischen Land von gegenwärtig rund zehn auf 40 Prozent zu steigern. Bislang habe jedoch das Produktionsvolumen nicht ausgereicht.

Dies soll sich in Kürze ändern: Bis 2007 werde Infineon 1,2 Milliarden Dollar in China investieren, kündigte Schumacher bei der Eröffnung des neuen chinesischen Hauptsitzes in Schanghai an. Davon fließen 240 Millionen Dollar in eine neue DRAM-Montage- und Testfabrik im Osten des Landes. Daneben will Infineon künftig auch einen Teil der Forschungs- und Entwicklungstätigkeit in China vornehmen. Der Konzernchef schloss nicht aus, dass dabei in einem zweiten Schritt auch Kapazitäten aus Europa und Deutschland verlagert werden: In China sei die Entwicklungsgeschwindigkeit vergleichsweise doppelt so schnell, so Schumacher. Gegenwärtig beschäftigt der Konzern in dem asiatischen Land rund 800 Mitarbeiter. 2007 sollen es bereits 3000 Beschäftige oder ein Zehntel der aktuellen Infineon-Belegschaft sein.

Marktforscher schätzen, dass der chinesische Halbleitermarkt bis 2007 ein Volumen von 80 Milliarden Dollar erreichen wird - etwa dreimal so viel wie heute. Gehen Infineons Pläne auf, den Marktanteil in vier Jahren von fünf auf zehn Prozent zu erhöhen, bedeute dies Einnahmen in Höhe von acht Milliarden Dollar oder mehr als der für 2003 angepeilte Konzernumsatz. (mb)