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Indische IT-Arbeiter sollen auf den Prüfstand

25.08.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der indische Markt für IT-Services und Geschäftsprozess-Outsourcing beschäftigt derzeit 350 000 Menschen. In vier Jahren könnte der Bedarf an qualifizierten Mitarbeitern auf eine runde Million steigen, so der Informationsdienst CNET News.com. Heute schon würden sich die Unternehmen auf dem Subkontinent gegenseitig das Personal abjagen.

Um diesem Mangel zu begegnen, will die Anbietervereinigung Nasscom (National Association of Software and Service Companies) eine groß angelegte Qualifizierungsoffensive unternehmen. Ziel sei es, aus "trainierbaren" Arbeitskräften "engagierbare" zu machen. Die Job-Anwärter sollen die für einen Arbeitsplatz in der Informationstechnik oder dem Call-Center notwendigen Kenntnisse und Fähigkeiten nachweisen, indem sie sich einem Test unterziehen. Im Nasscom Assessment of Competence (NAC) wird unter anderem geprüft, wie gut sie zuhören können und bis zu welchem Grad sie der englischen Sprache mächtig sind, ob sie mit dem Keyboard und der Bürosoftware umzugehen verstehen, inwieweit sie sich für den Umgang mit Zahlen und die Analyse von Sachverhalten eignen und wie es um ihre Konzentrationsfähigkeit sowie die Sorgfalt bei der Arbeit bestellt ist.

Der erste Schritt zum flächendeckenden Qualifizierungsnachweis ist ein am 20. August gestarteter und auf drei Monate befristeter Pilotversuch mit 15 000 Schulabgängern in den IT-Zentren Bangalore, Delhi und Mumbai (Bombay). Verläuft er erfolgreich, stellt die Nasscom ihren Mitgliedsunternehmen um 50 Prozent reduzierte Kosten für die Mitarbeiterrekrutierung in Aussicht. Das Programm wurde gemeinsam mit dem indischen Ableger des Beratungsunternehmens Hewitt Associates entwickelt. (qua)