Outsourcing

Indische HCL verwaltet Nokias Desktops

Sabine Prehl ist freie Journalistin und lebt in München.
Nokia hat sein Desktop- und Helpdesk-Management an den indischen IT-Dienstleister HCL ausgelagert.

Nokia hat sein Desktop- und Helpdesk Management in 76 Ländern an den indischen IT-Dienstleister HCL Technologies übergeben. Der Vertrag umfasst Helpdesk-Services in 13 verschiedenen Sprachen, das globale Account-Management, den Rollourt und Wartung der Workstations, das Security-Management für die Geräte sowie den von Partnern erbrachten On-Site-Support. Darüber hinaus will HCL den Nokia-Mitarbeitern eine Reihe von neuen Funktionen zur Verfügung stellen - darunter zum Beispiel Chat-Tool, mit dem die Anwender den Support kontaktieren können, ohne ein Service-Ticket öffnen zu müssen. Der Outsourcing-Vertrag läuft fünf Jahre, über seinen Wert wurde Stillschweigen vereinbart.

Einen Desktop-Management-Deal zu ergattern, ist für indische Anbieter nicht leicht. Da sie nicht in allen Ländern präsent sind, müssen sie sich auf lokale Partnerunternehmen in der jeweiligen Region verlassen, begründet Siddharth Pai von der Outsourcing-Beratungsfirma TPI. "Auch bei diesem Deal wird es darauf ankommen, wie viel Kontrolle HCL über seine lokalen Partner ausüben kann", so Pai.

HCL hatte kürzlich ein neues Büro mit 100 Mitarbeitern in Helsinki eröffnet, um für die skandinavischen und baltischen Staaten Nearshore-Services erbringen zu können. Darüber hinaus unterhält der IT-Diensteister Servicezentren in Indien, Polen, China und den USA. Auch in großen Städten wie London bietet das Unternehmen einen Onsite-Support an. In kleineren Orten rechnet sich die Errichtung eines Servicezentrums bei den geringen Margen dagegen nicht, so Pradeep Bindal, Senior Vice President für Europa bei HCL. "Sogar die ganz großen Player arbeiten in kleineren Städten mit Partnern zusammen."