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Indische Firma bietet alternativen Support für Peoplesoft-Lösungen

08.03.2006
Das indische Unternehmen Netcustomer zielt auf Peoplesoft-Kunden, die wegen der Übernahme ihres Lieferanten durch Oracle verunsichert sind. Support und Wartung sollen wesentlich günstiger sein als bei Oracle.

Nutzer der Business-Applikationen von Peoplesoft und J.D. Edwards können Support und Wartung von Netcustomer beziehen. Beide Hersteller gehören nun zu Oracle. Netcustomer-Chefin Punita Pandey zufolge sind Anwender dieser Lösungen einerseits unsicher, was mit ihren Produkten künftig geschieht (siehe Peoplesoft-Anwender machen sich Sorgen), andererseits sind für sie die Support-Kosten gestiegen.

Netcustomer-Angestellte kennen die Peoplesoft-Produkte, da die Firma seit vier Jahren als Offshore-Support-Dienstleister für den Hersteller agiert. Das Unternehmen wurde 2001 als Global Support Center für den damals noch unabhängigen ERP-Hersteller gegründet. Nachdem Peoplesoft den Anbieter J.D. Edwards gekauft hatte, erweiterte Netcustomer das Angebot auf dessen ERP-Systeme.

Nach dem Peoplesoft-Kauf durch Oracle haben die Inder sich entschlossen, nunmehr als unabhängigen Dienstleister zu positionieren und Services den Peoplesoft-Anwendern direkt anzubieten. Kunden sollen für diese Leistungen nur die Hälfte dessen zahlen, was für einen Support- und Wartungskontrakt bei Oracle pro Jahr anfällt. Abgerechnet wird nach einem nicht näher spezifizierten "Pay-per-Use"-Modell.

Derzeit beschäftigt die Firma etwa 80 Mitarbeiter.

Netcustomer plant, ähnliche Angebote auch für SAP-Kunden zu schnüren, nannte aber keine Details.

Doch es existieren bereits Alternativen zur Wartung durch den Hersteller SAP: In diesem Geschäft ist beispielsweise die Firma Susen Software tätig (siehe Susen Software bietet SAP-Wartung an). Zudem versuchen auch die Hersteller SAP und Oracle, sich gegenseitig Wartungskunden abzujagen (siehe SAP heizt Wettbewerb mit Oracle an).

Wartungseinnahmen sind für Softwarehäuser wie SAP und Oracle eine wichtige Einnahmequelle. Anwenderunternehmen zahlen in der Regel pro Jahr einen Betrag von 17 Prozent (SAP) beziehungsweise 22 Prozent (Oracle) des Softwarepreises für Wartung und Support. Teurer wird es, wenn sie ältere ERP-Lösungen nutzen, die der Hersteller nur gegen Aufpreis pflegt. (fn)