Black Book of Outsourcing

Indiens HCL ist die Nummer eins

Sabine Prehl ist freie Journalistin und lebt in München.
Die Wirtschaftskrise kurbelt den Markt für Auslagerungsservices an.

"Die Treiber für den Auslagerungsmarkt sind zurzeit so stark wie nie zuvor", konstatieren die Autoren des diesjährigen Black Book of Outsourcing, für das rund 24.000 Unternehmen weltweit befragt wurden. Vor allem Anwender, die sehr unter der Krise zu leiden haben, planen demnach, ihre Outsourcing- und Offshore-Aktivitäten bis zum Jahresende auszubauen. So erwarten 60 Prozent der Befragten Erweiterungen zu bestehenden Auslagerungsverträgen. 17 Prozent glauben, dass sie im vierten Quartal neue Deals unterzeichnen werden. Rückläufige Outsourcing-Aktivitäten erwarten lediglich vier Prozent. Auch in Deutschland ist das Outsourcing-Segment der derzeit am stärksten wachsende ITK-Bereich.

Chancen auf Deals haben allerdings nur Provider, die sich in Krisenzeiten durch Flexibilität auszeichnen: Rund 60 Prozent der befragten Outsourcing-Anwender gaben an, dass sie IT-Dienstleister, die zu wenig Agilität an den Tag legten, wechseln würden. Besonders gute Noten erhielten im Black Book die indischen Anbieter. So landete in diesem Jahr HCL auf dem ersten Platz, und Rang vier ging an den indischen Branchenriesen Infosys (siehe Rangliste). Zum zweit- und zum drittbesten Outsourcing-Anbieter wählten die Anwender Oracle und Xerox. Rang fünf und sechs belegen IBM und Accenture. In einer Erhebung des IAOP wurden diese beiden Anbieter zu den besten Outsourcing-Providern gekürt.

Auch die Nachfrage nach Cloud Computing und SaaS (Software as a Service) ist den Autoren des Black Books zufolge ungebrochen. Vor allem das Infrastruktur-Management per Fernzugriff sowie Bundles aus Softwareentwicklung und -wartung erfreuten sich steigender Beliebtheit unter den CIOs. BPO-Deals (Business Process Outsourcing) sind insbesondere dann gefragt, wenn sie schnelle Ergebnisse bringen. So sollen Projekte mit einem RoI von 180 Tagen - etwa in den Bereichen Procurement sowie Finanz- und Rechnungswesen - im kommenden Jahr am stärksten zunehmen.

Weit mehr als die Hälfte der befragten Firmen (59 Prozent) gehen davon aus, dass ihr IT-Budget in den nächsten zwölf Monaten wieder in etwa den Stand des Vorjahres erreichen wird. Mit einer Aufstockung um mehr als zehn Prozent rechnen sogar neun Prozent. 20 Prozent der Befragten dagegen glauben, dass die IT-Ausgaben sich bis zum vierten Quartal nicht mehr verändern werden. Und sieben Prozent rechnen mit weiteren Budget-Kürzungen.

Die Umfrage

Den Anwendern wurden unter anderem folgende Fragen gestellt:

  • Wie messen Sie die Outsourcing-Zufriedenheit in Ihrem Unternehmen?

  • Welche Faktoren - abgesehen von den Outsourcing-Argumenten Schnelligkeit und Kostensenkung - beeinflussen Ihrer Ansicht nach die Outsourcing-Zufriedenheit?

  • Wer entscheidet in Ihrem Unternehmen über die Auswahl der Provider?

  • Welche Kriterien muss ein Outsourcing-Anbieter erfüllen?

  • Welche Outsourcing-Ziele verfolgen Sie, und was ist für Sie im Rahmen Ihrer Business-Transfromation-Strategie wichtiger als Kostensenkung und Schnelligkeit?