Developer Insights

In vier Schritten zur Top-App

23.04.2016
Von Bastian Gruber
So werden Ihre Ideen zu lukrativen Apps im App Store: Apple veröffentlicht einen Ratgeber, an dem sich Entwickler orientieren können.
Entwickler lernen in vier Bereichen, was eine gute App ausmacht.
Entwickler lernen in vier Bereichen, was eine gute App ausmacht.

Nicht nur die Einführung der Programmiersprache Swift hat viele Entwickler Apps für den iOS oder Mac App Store schreiben lassen. Immer noch gilt Apples digitale Einkaufscenter für Apps als das profitabelste. Um die Flut an neuen Entwicklern nicht abreißen zu lassen, hat Apple nun eine eigene Webseite eingerichtet, um App-Entwicklern Tipps und Strategien für eine erfolgreiche Platzierung im App Store an die Hand zu geben.

Ganz uneigennützig ist Apples Initiative jedoch nicht. Die veröffentlichten Richtlinien sind einerseits gut, um die Qualität der Apps und deren Beschreibungen hoch zu halten, andererseits hilfreich, um Entwicklern die eigene Plattform schmackhaft zu machen.

Die bisher nur auf englisch verfügbare Anleitung für Entwickler besteht aus vier Schritten, Apple gibt dazu jeweils reichlich Informationsmaterial.


Geschichten von Entwicklern

Der erste Schritt, Developer Insights, bietet einen Einblick in erfolgreiche Entstehungsgeschichten von App-Programmierern und Firmen. Darunter ist auch die Story von Evernote zu finden, die beschreibt, wie der Hersteller seine App für den japanischen Markt lokalisiert und angepasst hat. Hintergründe und Tipps sind spannend und hilfreich, klingen aber doch eher nach Marketing. Nicht für die Apps selbst, jedoch sollen sie eine klare Botschaft aussenden.

Die gelisteten Erfolgsgeschichten verweisen nicht ohne Grund auf die verschiedenen Produkte Apples. Dabei sollen die Entwickler nicht etwa zum Kauf verleitet, doch aber zur Entwicklung für die jeweilige Plattform angeregt werden. Jede Geschichte bietet ein Video und passenden Text, der etwas zu sehr an Marketing erinnert.
Die gelisteten Erfolgsgeschichten verweisen nicht ohne Grund auf die verschiedenen Produkte Apples. Dabei sollen die Entwickler nicht etwa zum Kauf verleitet, doch aber zur Entwicklung für die jeweilige Plattform angeregt werden. Jede Geschichte bietet ein Video und passenden Text, der etwas zu sehr an Marketing erinnert.

Die verschiedenen Geschichten konzentrieren sich auf die einzelnen Aspekte wie: Apple Watch, Lokalisierung (also Sprachanpassungen), und stände App Updates. Für Entwickler liegen diese Punkte sicher alle auf der Hand, jedoch will Apple wohl einen Fokus auf die Kernqualitäten einer App hinweisen.

Die App richtig planen

Schritt zwei von vier wird schon etwas technischer. Hier bespricht Apple intensiv Themen wie die Auswahl einer passenden Kategorie für die geplante App, oder erklärt, wie man die eigene Software im Beta-Test optimal prüft. Auch Freemium- oder Abo-Modelle wie In-App-Käufe werden erklärt und mit weiteren Links weiter vertieft. Ein Klick auf eine Kategorie führt dabei nicht einfach nur zur nächsten Marketing-Folie, sondern bietet eine sehr gute Übersicht über Entwickler-Dokumente (APIs), Videos und weiterem Material.

Apple will aufzeigen, wie man mit Apps immer noch Geld verdienen kann.
Apple will aufzeigen, wie man mit Apps immer noch Geld verdienen kann.

Bitte beachten: Richtlinien

Weiter geht’s in der Qualitätsschulung mit reichlich Informationen zu Gestensteuerung und allgemeinem Verhalten von Applikationen. Neben den App-Store-Richtlinien, die über Akzeptanz oder Ablehnung einer eingereichten App entscheiden, gibt Apple hier jede Menge weitere Tipps, wie Entwickler das Qualitätserwarten der Nutzer befriedigen können. Die sogenannten “Human Interface Guidelines” beschreiben, wie sich Apps zu verhalten und auszusehen haben, bezogen auf das jeweilige Gerät.

Gerade für Entwickler, die zum ersten Mal für Apple-Produkte Software schreiben, ist das gebotene Infomaterial sehr aufschlussreich. Neben genauen Richtlinien finden sich gute Inspirationen und ein Überblick, wie die jeweiligen Plattformen und Endgeräte funktionieren, und welche Abläufe innerhalb der Apps Kunden bislang gewohnt sind.

Jetzt wird's kritisch: Einreichung

Der letzte Schritt des Guides beschreibt, was mit einer App in Apples Prüfverfahren geschieht, nachdem man sie eingereicht hat. Vor allem weisen die Autoren noch einmal auf die Richtlinien des App Stores hin, erklären aber auch, wie man auf Updates von iOS oder OS X reagiert, und beispielsweise die eigene App etwas kleiner gestaltet und in mehreren Stücken verteilt zur Verfügung stellt. Apple dürfte somit auch für Neueinsteigern etwas Licht ins Dunkel bringen, was die omninösen Abweisungen von Apps betrifft, und wie der Entwickler sie verhindern kann.

Fazit

Zuerst störten wir uns ein wenig am vielen Marketingmaterial, Apple ist jedoch ein großer Wurf in Sachen Talentaquise gelungen. Google und Microsoft bieten zwar auch jede Menge Informationen, doch diese sind nicht so gut aufbereitet und zusammen getragen. Neue Entwickler haben sicherlich Spaß, sich durch die einzelnen Punkte zu navigieren. Gut ist auch die Anreicherung von Videos der WWDC-Veranstaltungen zum jeweiligen Thema. Neben guten Erklärungen finden sich Entwicklerdokumente und Verweise auf iOS- oder OS-X-Bibliotheken.

Blue Box – die „Alles-Easy-Private Cloud“? - Foto: Nmedia_Fotolia.com

Blue Box – die „Alles-Easy-Private Cloud“?

Von der neuen Website profitieren alle Seiten. Apple kann auf eine Dokumentation verweisen, und App-Entwicklern beibringen, wie qualitativ hochwertige Apps gestaltet werden. Entwickler wird es freuen, nicht mehr hunderte Links irgendwo gesammelt zu speichern um die jeweiligen Themen nicht zu vergessen. Die Kunden, also die App-Nutzer, haben am Ende die Chance, auch weiterhin gute Apps zur Verfügung gestellt zu bekommen. (Macwelt.de/mb)