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In Rotterdam werden Autos RFID-gestützt verschifft

07.09.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der niederländische Logistikdienstleister Broekman Group implementiert gemeinsam mit dem Beratungsunternehmen Mieloo & Alexander ein System zur Funkwellen-Kennzeichnung aller Fahrzeuge in seinen Logistikterminals am Rotterdamer Hafen. Mit diesem System sollen sich rund 250 000 Neuwagen im Jahr schneller, sicherer und billiger abfertigen lassen.

In den Sektoren Rotterdam Car Terminal und Rotterdam Car Center der Broekman Group parken gleichzeitig etwa 40 000 Kraftfahrzeuge. Damit jederzeit bekannt ist, wo sie sich befinden, werden sie flächendeckend mit aktiven RFID-Chips gekennzeichnet. Zum Einsatz kommen die "WhereTag"-Sender des auf funkgestützte Lokalisierungslösungen spezialisierten Anbieters WhereNet. Die Chips sind mit der Fahrzeug-Identifizierungsnummer (Vehicle Identifikation Number, kurz VIN) des jeweiligen Autos verküpft. Wie WherenNet versichert, werden sie entfernt, sobald das Auto versandfertig ist.

Von der in Santa Clara, Kalifornien, beheimateten WhereNet Corp. stammen auch die Einrichtungen zum Auslesen der ausgesendeten VINs: Die 125 "WhereLAN"-Lokalisierungspunkte und 400 "WherePort"-Geräte lösen ein Signal aus, wenn eines der gekennzeichneten Fahrzeuge in einen Arbeitsbereich eintritt oder ihn verlässt. Im System werden die Zeitpunkte der Ankunft und des Verlassens sowie die Verweildauer erfasst.

Mit Hilfe dieser Lösung hofft die Broekman Group in den kommenden zwölf Monaten einige Einsparungen realisieren zu können - zum Beispiel bei den Arbeitskräften: Da das System den Standort jedes markiertes Fahrzeugs grafisch anzeigen kann, lässt sich ein bestimmtes Auto innerhalb von Sekunden auffinden, während es derzeit in stundenlanger Detektivarbeit gesucht werden muss. Auch die Zahl der Schadensfälle soll zurückgehen: Dass zur Ermittlung der VIN keine Fahrzeugtür mehr geöffnet werden muss, vermeidet Schrammen und Dellen. Darüber hinaus dürften sich der Warenumschlag beschleunigen und die Lagerkapazität erhöhen, indem der knappe Platz besser ausgenutzt wird. Und last, but not least können Kundenanfragen leichter und schneller beantwortet werden, was einen Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen Logistikunternehmen bedeutet. Detailliertere Informationen zu dem Projekt hat die Consulting-Firma Mieloo & Alexander in einem Whitepaper hinterlegt. (qua)