Vorsicht Kostenfalle!

In-Memory-Option bei Oracle 12c standardmäßig aktiv

Thomas Cloer war viele Jahre lang verantwortlich für die Nachrichten auf computerwoche.de.
Er sorgt außerdem ziemlich rund um die Uhr bei Twitter dafür, dass niemand Weltbewegendes verpasst, treibt sich auch sonst im Social Web herum (auch wieder bei Facebook) und bloggt auf teezeh.de. Apple-affin, bei Smartphones polymorph-pervers.
Kunden der neuesten Oracle-Datenbank "12c" könnten mit der nächsten Lizenzrechnung eine böse Überraschung erleben.

Zumindest wenn es zutrifft, was der Experte Kevin Closson in seinem privaten Blog schreibt - nämlich dass die zuletzt von Oracle mit allen Kräften beworbene In-Memory-Option für 12c (die SAP HANA Konkurrenz machen soll) standardmäßig erst einmal eingeschaltet ist. Closson ist Senior Director in der Performance Engineering Group von EMC; er war früher Oracle Architect und in dieser Funktion an der Entwicklung des Datenbank-Spezial-Servers "Exadata" beteiligt.

Oracle-Zentrale in Redwood Shores, Kalifornien
Oracle-Zentrale in Redwood Shores, Kalifornien
Foto: Oracle

Die In-Memory-Option kostet 23.000 Dollar pro CPU, wie aus einer in der vergangenen Woche aktualisierten Oracle-Preisliste (PDF-Link) hervorgeht (auch wenn Kunden selten Listenpreise zahlen). Closson geht angesichts dieses Preises davon aus, dass beileibe nicht jeder Anwender sie nutzen wollen wird. Und ist deswegen auch der Ansicht, Oracle sollte sie per default abgeschaltet lassen. Von Oracle selbst gab es gegenüber unseren US-Kollegen der "Computerworld" am Freitag noch keine Stellungnahme zu Clossons Blogpost, der zuerst dem britischen Branchendienst "The Register" aufgefallen war.