Mobile Geschäftsprozesse

In fünf Schritten zur erfolgreichen Enterprise-Mobility-Strategie

Dirk Pfefferle ist seit dem 1. Januar 2015 Area Vice President in Zentral- und Osteuropa bei Citrix. Davor verantwortete er bei Citrix die Geschäfte mit Virtualisierungs-, Netzwerk- und Mobility-Lösungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Pfefferle verfügt über 20 Jahre Erfahrung in der IT-Branche. In dieser Zeit hatte er verschiedene internationale Management-Positionen inne. Zuletzt war er Area Manager Enterprise und Mitglied der Geschäftsführung bei EMC Deutschland, wo er für das Großkundengeschäft in Deutschland verantwortlich war. Zuvor war er Mitgeschäftsführer von Verizon Deutschland und verantwortete zusätzlich das Geschäft von Verizon in Deutschland, Österreich und Osteuropa als Area Vice President. Dirk Pfefferle hat Volkswirtschaft mit Schwerpunkt Wirtschaftsinformatik studiert und ist in Gremien wie dem Münchner Kreis, dem Senat der Wirtschaft und dem BITKOM für die IT-Industrie aktiv.
Mitarbeiter mit mobilen Endgeräten auszustatten, ist erst der Anfang. Der Motor für mobile Geschäftsprozesse sind Business Apps, mit denen Anwender von jedem Ort aus produktiver und effizienter arbeiten können.

Die Bereitstellung einzelner Business Apps ist noch keine Enterprise-Mobility-Strategie, es kommt auf das Zusammenspiel an.
Die Bereitstellung einzelner Business Apps ist noch keine Enterprise-Mobility-Strategie, es kommt auf das Zusammenspiel an.
Foto: Shutterstock.com - Sergey Nivens

Obwohl die Bedeutung von Enterprise Mobility für Unternehmen auf der Hand liegt, schöpfen viele Organisationen die vorhandenen technologischen Möglichkeiten längst noch nicht aus und haben keine klare Strategie für den Einsatz von mobilen Apps im Geschäftsalltag. Insbesondere fünf Aspekte spielen für den Erfolg von Enterprise-Mobility-Konzepten eine Schlüsselrolle.

1. Benutzerkomfort an erster Stelle

Mobile Anwender sind es aus dem privaten Bereich gewohnt, dass sich Apps einfach und unkompliziert bedienen lassen. Dasselbe erwarten sie auch von den Business Apps auf ihrem Smartphone oder Tablet. Bei der Planung mobiler Workflows und der Auswahl der passenden Apps müssen IT- und Fachverantwortliche daher sehr eng mit den Endanwendern zusammenarbeiten. Hoher Benutzerkomfort bedeutet unter anderem, dass sich alle gewünschten Informationen und Funktionen in möglichst wenigen Schritten erreichen lassen, dass die Bedienung für die Touch-Steuerung optimiert ist und dass sich Benutzeroberflächen automatisch an die Eigenschaften des Endgeräts anpassen.

Selbst kleine Schwächen bei der Usability können dazu führen, dass mobile Business Apps von den Anwendern nicht angenommen werden. Der Austausch und die Synchronisierung von Dokumenten mit einer Enterprise Filesharing-Lösung müssen beispielsweise genau so schnell und intuitiv funktionieren wie mit einem Consumer-orientierten Cloud Service. Sonst besteht immer die Gefahr, dass die Anwender auf möglicherweise unsichere private Apps und Dienste ausweichen.

2. Keine Kompromisse bei der Sicherheit

Enterprise Mobility setzt von Anfang an ein durchgängiges Sicherheitskonzept voraus. Die IT muss in der Lage sein, Security-Richtlinien für alle Business Apps zentral zu managen und den mobilen Zugriff auf sensible Geschäftsinformationen und interne IT-Systeme umfassend abzusichern. Mit Containerisierung ist es heute beispielsweise möglich, Business Apps in einer komplett abgeschotteten Umgebung auf dem Mobilgerät auszuführen. Firmendaten werden nur verschlüsselt auf dem Endgerät gespeichert und können jederzeit remote gelöscht werden, wenn ein Mobilgerät abhanden kommt.

Der große Vorteil der Containerisierung: Es spielt keine Rolle, ob die Anwender mit firmeneigenen oder privaten Endgeräten arbeiten. Persönliche und berufliche Inhalte sind strikt voneinander getrennt und Informationen aus Business Apps können nicht unkontrolliert in privat genutzte Anwendungen abfließen. Beim Einsatz von Container-Lösungen muss die IT sicherstellen, dass eine sichere Kommunikation zwischen unterschiedlichen Business Apps möglich ist und auch der Datenaustausch mit dem internen Netzwerk über geschützte Verbindungen erfolgt. Zudem sollten sich anwendungsspezifische Sicherheitsrichtlinien – wie Benutzerauthentifizierung oder Zugriffsrechte auf Basis von Netzwerk und Standort – möglichst einfach verwalten lassen.

3. Von der App zum mobilen Workflow

Die Bereitstellung einzelner Business Apps ist noch keine Enterprise- Mobility-Strategie. Mobile Workflows entstehen in der Regel erst durch das perfekte Zusammenspiel verschiedener Anwendungen. Wenn ein Anwender Informationen mit einer mobilen App erfasst, muss er diese möglichst einfach an andere Systeme weitergeben oder auch sicher mit anderen Anwendern teilen können. E-Mail-Attachments sollten sich unterwegs automatisch mit der passenden App öffnen, mobil bearbeiten und automatisch am richtigen Ort speichern lassen.

Nur wenn die Kommunikation zwischen unterschiedlichen Apps sicher und reibungslos funktioniert, arbeiten mobile Anwender wirklich produktiv. Um integrierte Workflows umzusetzen, benötigen die Projektverantwortlichen detailliertes Wissen über die jeweiligen Geschäftsprozesse und die typischen Arbeitsweisen der Anwender. Voraussetzung ist darüber hinaus eine Plattform – wie zum Beispiel eine Enterprise-AppStore-Lösung – über die sich die unterschiedlichen Apps effizient verwalten und zentral zur Verfügung stellen lassen.

4. Schnelle Bereitstellung neuer Funktionen

Entwicklung und Anpassung mobiler Applikationen kosten häufig noch immer zu viel Zeit und Geld. Dies ist einer der Hauptgründe, warum viele Enterprise-Mobility-Konzepte bisher hinter den gesteckten Zielen und Erwartungen zurückbleiben. Gefragt sind daher heute Lösungen, die es ermöglichen, Business Apps mit so wenig Programmieraufwand wie möglich zu erstellen – ohne Einschränkungen bei Sicherheit und Benutzerkomfort. Die gute Nachricht: Mittlerweile gibt es bereits Werkzeuge, mit denen Fachabteilungen ohne IT-Know-how selbständig mobile Anwendungen veröffentlichen können.

5. Die Zukunft im Blick behalten

Bei der Planung einer Enterprise-Mobility-Strategie sollten Unternehmen auch schon an die nächste Generation von mobilen Business-Anwendungen denken. Auf Smartphones und Tablets werden in Zukunft immer mehr Apps laufen, die nicht nur mit dem Benutzer interagieren, sondern sich auch direkt mit dem „Internet of Things“ verbinden. Bestimmte Aktionen auf dem Mobilgerät werden dann zum Beispiel durch NFC-Reader, Beacons oder den aktuellen Standort des Benutzers ausgelöst. Diese neuartigen mobilen Apps eröffnen ganz neue Möglichkeiten für die Automatisierung von Geschäftsprozessen und die Kommunikation zwischen Mensch und Maschine. Gleichzeitig müssen sie jedoch dieselben Anforderungen erfüllen wie die aktuelle Generation von Business Apps: hoher Benutzerkomfort, kompromisslose Sicherheit, nahtloses Zusammenspiel und schnelle Erweiterbarkeit bei neuen Anforderungen. (mb)