IBM "5 in 5"

In fünf Jahren kaufen wir wieder lokal ein

Thomas Cloer war viele Jahre lang verantwortlich für die Nachrichten auf computerwoche.de.
Er sorgt außerdem ziemlich rund um die Uhr bei Twitter dafür, dass niemand Weltbewegendes verpasst, treibt sich auch sonst im Social Web herum (auch wieder bei Facebook) und bloggt auf teezeh.de. Apple-affin, bei Smartphones polymorph-pervers.
Die IBM hat zum mittlerweile achten Mal ihre Prognosen "5 in 5" dazu veröffentlicht, wie Menschen wohl in fünf Jahren arbeiten, leben und interagieren.

Und die lauten heuer in der Kurzfassung so:

  1. Das Klassenzimmer lernt (über) Dich

  2. Einkaufen vor Ort schlägt Online

  3. Ärzte werden Dich mit Deiner DNA gesund halten

  4. Ein "digitaler Wächter" wird Dich online beschützen

  5. Die Stadt wird Dir helfen, in ihr zu leben

Zumindest Punkt 2 ist doch eine ziemlich dicke Überraschung - schließlich wurde im vergangenen Jahr erstmals weltweit für mehr als eine Billion Dollar online eingekauft und Online-Verkäufe wachsen stärker als die im stationären Handel.

Die Online-Händler seien aktuell noch im Vorteil, weil sie aus den Entscheidungen lernen können, die wir im Web treffen, schreibt IBM. Lokale Geschäfte hingegen seien beschränkt auf die Einsichten, die sie am Point of Sale gewinnen können - und der Trend zum Showrooming macht es schwieriger, mit Online-Retailern zu konkurrieren, die einzig über den Preis kämpfen.

In fünf Jahren kaufen wir wieder lokal, glaubt IBM.
In fünf Jahren kaufen wir wieder lokal, glaubt IBM.
Foto: IBM

In fünf Jahren würde Innovationen den Einkauf vor Ort aber wieder "du jour" machen, so "Big Blue" weiter. Kluge Händler würden die Unmittelbarkeit des Ladengeschäfts und die Nähe zum Kunden dazu nutzen, Einkaufserlebnisse zu erschaffen, die der Online-Handel nicht nachbilden könne - sie würden die digitale Erfahrung "vergrößern", indem sie das Web genau dahin bringen, wo der Käufer es physisch anfassen kann.

Händler könnten in fünf Jahren "Watson"-artige Technik dafür nutzen, um ihre Verkäufer zu Experten für jedes einzelne Produkt im Geschäft zu machen. Mit Technologien wie Augmented Reality (AR) und der kürzlichen Ankündigung, Watson als Plattform für die Anwendungsentwicklung zu öffnen, liefere IBM Kunden bessere Möglichkeiten, in Geschäften zu stöbern und einzukaufen.

Weil mobile Geräte mit Cloud-Unterstützung es Menschen ermöglichten, zu teilen was sie ticken lässt, was sie für Gesundheit und Ernährung brauchen, ihre virtuelle Kleiderschränke und sozialen Netzwerke, könnten Händler bald mit "unglaublicher Genauigkeit" vorhersagen, welche Produkte ein Käufer am meisten will und benötigt. Als Ergebnis dessen würden Ladengeschäfte zu "stimulierenden Zielen" mit für jeden Einzelnen maßgeschneiderter Erfahrung.

Überdies erlaubten die Nähe und mehreren Standorte den Läden, Käufern vielfältige Abhol- oder Liefermöglichkeiten anzubieten. Zweitägige Lieferung würden sich dann wie Sackpost anfühlen.

Ausführliche Beschreibungen der vier übrigen Prognosen finden Interessierte auf der "5-in-5"-Webseite. Dort kann man auch die Prognosen der vergangenen Jahre nachlesen (und überprüfen, falls sie schon alt genug sind). IBM erstellt seine "5 in 5" anhand von Markt- und gesellschaftlichen Trends sowie unter Berücksichtigung in der Entwicklung befindlicher Technologien aus den weltweit verstreuten IBM Research Labs.