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Importpreise verzeichnen Rekordanstieg

27.02.2008
Von pte pte
Die deutschen Importpreise haben im Januar 2008 gegenüber dem Vergleichszeitraum im Vorjahr einen Rekordanstieg von 5,2 Prozent verzeichnet. Dies bedeutet den höchsten Anstieg seit August 2006 (plus 5,5 Prozent). Die Stimmung der deutschen Verbraucher bleibt dennoch stabil, wie das Marktforschungsunternehmen GfK http://www.gfk.com heute, Mittwoch, vermeldet. Die Anschaffungsneigung und die Konjunkturerwartung mussten zwar Einbußen hinnehmen, Lohnsteigerungen heben jedoch die Einkommenserwartung, wodurch der Gesamtindikator Konsumklima im März mit 4,5 Punkten auf dem gleichen Niveau bleibt wie in den Vormonaten des laufenden Jahres.

"Dass der Konsum anspringt, wurde seit Jahresbeginn von vielen Seiten gehofft. Besonders in Hinblick auf die zunehmend ausfallenden Exporte wäre der Konsum als Antriebsmotor wichtig. Dass dies jedoch noch nicht der Fall ist, ist auf die hohen Preise zurückzuführen, die das Klima dämpfen", erklärt Michael Schröder, Leiter des Forschungsbereiches Internationale Finanzmärkte beim Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung http://www.zew.de , im Gespräch mit pressetext. "Die Situation zieht jedoch auch positive Effekte nach sich. So befinden sich zum Beispiel die Arbeitslosenzahlen deutlich im Sinken. In Summe gesehen ist die wirtschaftliche Entwicklung zwar noch nicht völlig gefestigt, aber doch relativ stabil", fährt Schröder fort.

Zahlen des Statistischen Bundesamts http://www.destatis.de zufolge stiegen die Einfuhrpreise im Nahrungsmittelsektor bei Getreide mit plus 57,2 Prozent besonders stark. Teuerungen wurden auch bei Milcherzeugnissen (plus 20,7 Prozent) beobachtet. Der hohe Anstieg der Gesamt-Jahresteuerungsrate sei teilweise auf einen Basiseffekt am Energiesektor zurückzuführen, der um 36,3 Prozent zulegte. Die Einfuhren im Energiesektor erlebten im Januar des Vorjahres gegenüber Dezember 2006 einen Preisverfall von 6,6 Prozent, wodurch die aktuelle Vorjahresrate rechnerisch erhöht werde. Der Preisanstieg bei Rohöl-Importen beläuft sich auf plus 51,6 Prozent.

Die Konjunkturerwartung sinkt im Februar auf einen neuerlichen Tiefstand. Nach einem Anstieg der Erwartungen an die wirtschaftliche Entwicklung im Januar um gut fünf Punkte halbiert sich der Indikator im Februar beinahe um 14,1 auf 14,6 Punkte. "Die Erwartungen der deutschen Wirtschaft als Rezessionsängste zu bezeichnen wäre weit hergeholt und übertrieben. Es ist jedoch möglich, dass die negative Stimmung an den Kapitalmärkten und aus den USA auch hierzulande überschwappt", sagt Schröder abschließend. (pte)