Die 6 Internet-Typen

Immer noch - Viele Deutsche scheuen das Web

Johannes Klostermeier ist ein freier Journalist aus Berlin. Zu seinen Spezialgebieten zählen unter anderem die Bereiche Public IT, Telekommunikation und Social Media. Auf cio.de schreibt er über CIO Auf- und Aussteiger.
Fast zwei Drittel der Deutschen bewegen sich noch immer unsouverän durchs Internet. Das zeigt eine Studie der Initiative D21. Der "digitale Graben" werde kaum kleiner.
Foto: iQoncept/Fotolia

In der zweiten Ausgabe der Studie der Initiative D21 "Die digitale Gesellschaft - sechs Nutzertypen im Vergleich", die unter anderen auch von Computerwoche und CIO unterstützt wurde, wird deutlich: Es gehen zwar im Vergleich zum Vorjahr mehr Menschen ins Internet, doch 63 Prozent, also knapp zwei Drittel, sind noch nicht in der digitalen Gesellschaft angekommen, wie es Robert Wieland, Geschäftsführer von TNS Infratest und Vorstand bei D21, formuliert. Für die repräsentative Studie wurden am 12. und 13. Oktober 2010 nach Zufallsverfahren 1001 telefonische Interviews geführt.

Für den Parlamentarischen Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, Hans-Joachim Otto, war "das Glas eher halbvoll als halbleer". Otto: "Die Studie zeigt, dass unsere Aktivitäten zur Erhöhung der Internetkompetenz in der Gesellschaft greifen, aber noch viel Arbeit vor uns liegt. Der Prozess hin zu einer digitalen Gesellschaft ist noch lange nicht abgeschlossen." Otto verwies auf Sicherheitsbedenken der Bürger als Hemmschuh bei der Nutzung des Internet. Die zunehmende Verbreitung von Smartphones und Tablet PCs würde allerdings die Internetnutzung weiter fördern.

"CIO" und "Computerwoche" haben die Studie unterstützt.
"CIO" und "Computerwoche" haben die Studie unterstützt.
Foto: IDG

Unklar blieb bei der Pressekonferenz in Berlin zunächst, durch welche Maßnahmen in Zukunft die Digitale Spaltung verkleinert werden kann. Otto nannte die Initiative seines Hauses "Internet erfahren", deren Angebote jedoch bereits bis 2011 ausgebucht sind. Das D21-Vorstandsmitglied Ulrich Hermann, der auf der Pressekonferenz nicht anwesend war, sagte laut Pressemitteilung: "Das Bildungssystem steht hier in der Verantwortung, allen Bevölkerungsschichten maßgeschneiderte Angebote bereitzustellen und die digitalen Medien als selbstverständliches Lernwerkzeug in die Wissensvermittlung zu integrieren." Das Internet sei im Bildungssektor "immer noch kein Thema". Warum das so sei, bleibe jedoch "ein Geheimnis der Politik".

Im Großen und Ganzen sei die Entwicklung zwar erfreulich, aber dennoch entwicklungsfähig, so das Fazit der Studienmacher. Die Ergebnisse im Einzelnen: Inzwischen seien über ein Drittel (37 Prozent) der deutschen Bevölkerung in der digitalen Alltagswelt angekommen. Die Zunahme von neun Prozentpunkten gegenüber 2009 bei den so genannten "Trendnutzern" habe diese Entwicklung möglich gemacht.