Barc-Studie

Immer mehr Firmen setzen auf Information Design

Thomas Cloer war viele Jahre lang verantwortlich für die Nachrichten auf computerwoche.de.
Er sorgt außerdem ziemlich rund um die Uhr bei Twitter dafür, dass niemand Weltbewegendes verpasst, treibt sich auch sonst im Social Web herum (auch wieder bei Facebook) und bloggt auf teezeh.de. Apple-affin, bei Smartphones polymorph-pervers.
Reports und Präsentationen in Unternehmen sind oft schwer verständlich, im schlimmsten Fall sogar widersprüchlich und falsch aufbereitet. Hier soll Information Design mit einheitlichen Regeln und Definitionen Abhilfe schaffen.

Lange hätten sich Unternehmen wenig um eine möglichst effektive, effiziente und vor allem abgestimmte Informationsaufbereitung ihrer Berichte und Präsentationen gekümmert, schreibt das Würzburger Beratungs- und Analystenhaus Barc. Insbesondere durch "Hichert Success" habe jedoch ein Umdenken stattgefunden. Immer mehr Anwender erkennen demnach im Zusammenhang mit Business-Intelligence-Projekten und -Strategien, wie wichtig es ist, Zahlen und Ergebnisse verständlich kommunizieren zu können.

Dabei kann das sogenannte Information Design helfen. Es will Definitionen und verbindliche Regeln schaffen, mit denen sich Berichte, Dashboards und Präsentationen einheitlich, verständlich und korrekt erstellen lassen, um damit die interne und externe Kommunikation zu verbessern. Wie Unternehmen das Thema einschätzen, welche Herausforderungen sie sehen und welche Erfahrungen bereits gesammelt wurden, hat Barc jetzt in der von pmOne finanzierten Studie: "Information Design 2014. Status quo, Nutzen und Herausforderungen von Information-Design-Initiativen in der DACH-Region" mit gut 500 Teilnehmern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz und breit gefächerten Branchenverteilung untersucht.

78 Prozent der Umfrageteilnehmer stufen das Thema Information Design grundsätzlich als "sehr wichtig" oder "wichtig" ein. Jedoch existieren bislang erst bei jeweils einem Viertel der Befragten unternehmensweite beziehungsweise auf Abteilungsebene eingeführte Information-Design-Vorgaben. Ein weiteres Drittel der Befragten beschäftigt sich mit dem Thema. "Die Einführungsphase ist dennoch definitiv überschritten und Information Design befindet sich derzeit in der Wachstumsphase", sagt Barc-Analyst Nikolai Janoschek. Die Chancen, sich durch eine Information-Design-Initiative Vorteile gegenüber Wettbewerbern zu sichern, stünden folglich sehr gut.

Wo es bereits praktische Bestrebungen gibt, gehe es vor allem um die Normierung des Berichtswesens (75 Prozent), eine schnellere Informationsvermittlung (71 Prozent), eine höhere Zufriedenheit des Managements (58 Prozent) und die Vermeidung von Missverständnissen (55 Prozent), heißt es weiter. Erfreulich sei das geringe Risiko entsprechender Projekte; Erfolgsfaktoren sind laut Studie gezielte Schulungen für die Mitarbeiter sowie eine verständliche Dokumentation, in denen die unternehmensspezifischen Information-Design-Vorgaben erfasst und erläutert sind. Information-Design-Initiativen brauchen außerdem unbedingt die Rückendeckung des Managements. "Nur wenn die Entscheider das Thema auf die Tagesordnung setzen und als letzte Instanz über die Notation entscheiden, kommen sie erfolgreich zum Einsatz", erläutert Barc-Analyst Tobias Riedner.