Innovative Beratungshäuser

Immer einen Schritt voraus

Hans Königes ist Ressortleiter Jobs & Karriere und damit zuständig für alle Themen rund um Arbeitsmarkt, Jobs, Berufe, Gehälter, Personalmanagement, Recruiting, Social Media im Berufsleben. Zusätzlich betreut das Karriereressort inhaltlich das Karrierezentrum auf der Cebit.
IT-Beratungshäuser sollten über einen Wissensvorsprung von einigen Jahren gegenüber ihren Kunden verfügen. Accenture investiert dafür viel Geld.
"Wir arbeiten an Themen, die für unsere Kunden in drei bis fünf Jahren wichtig werden.", Matthias Ziegler, Accenture.
"Wir arbeiten an Themen, die für unsere Kunden in drei bis fünf Jahren wichtig werden.", Matthias Ziegler, Accenture.
Foto: Accenture

Matthias Ziegler kennt die IT-Trends von übermorgen. Ob Cloud, Big Data, Mobile oder Social Media - der promovierte Informatiker erforscht mit seinem Team, wie sich diese Ideen in tragfähige Geschäftsmodelle umwandeln lassen. Gleich nachdem er seine Promotionsarbeit an der Technischen Universität München eingereicht hatte, wechselte Ziegler im Jahr 2000 zum IT-Beratungsunternehmen Accenture. Inzwischen verantwortet er dort den Geschäftsbereich Emerging Technology Innovation. "Accenture hat als Arbeitgeber viel mehr zu bieten als SAP-Projekte", erklärt der 45-Jährige.

Technology Labs sind für Innovationen zuständig

Die Berater sind auf die Innovationen und die Kreativität der Technology Labs angewiesen.
Die Berater sind auf die Innovationen und die Kreativität der Technology Labs angewiesen.
Foto: bloomua - Fotolia.com

Das global agierende IT-Beratungsunternehmen nutzt verschiedene Wege, die Techniktrends von morgen aufzuspüren und auf ihre Praxistauglichkeit zu testen. Oberste Innovationsschmiede von Accenture sind die auf verschiedenen Kontinenten angesiedelten Technology Labs. "Dort arbeiten wir an Themen, die erst in drei oder fünf Jahren für unsere Kunden relevant sein werden", erläutert der Informatiker. Ziegler und sein Innovationsteam greifen die Ideen der Technology Labs auf, entwickeln sie weiter und testen sie in den Praxisfeldern der Kunden. "Unsere Innovationszentren sind die Schnittstelle zwischen Forschung und den Anwendungen der Kunden", erläutert Ziegler.

Interne IT wird zum Motor für Veränderungen

Für seine Mitarbeiter heißt das, dass sie sich für Technik genauso begeistern sollten wie für Geschäftsprozesse: "Es kann gut sein, dass wir an einem Tag einen Prototypen entwickeln und selbst programmieren, um ihn am nächsten Tag einem CIO vorzustellen." Momentan liegt Cloud Computing im Trend. Ziegler und sein Team denken dabei vor allem an Anwendungsfelder in Unternehmen. "Cloud wirbelt traditionelle Vorgehensweisen von unternehmenseigenen IT-Abteilungen durcheinander", weiß der Berater aus vielen Gesprächen.

Immer mehr entwickelt sich die interne IT zum Motor für Veränderungen im Unternehmen. Ziegler schildert ein Beispiel aus seinem Alltag: In einer Firma möchte ein Team aus der Personalabteilung möglichst schnell ein Projekt umsetzen und wendet sich mit der Idee an die hauseigene IT. Ein auf mehrere Niederlassungen ausgedehntes Recruiting-Event soll über eine Cloud-Anwendung realisiert werden, Projektstart soll in sechs Wochen sein. Doch die IT-Experten des Unternehmens können frühestens in neun Monaten eine Lösung anbieten. Was tun?

Cloud-Anwendungen verändern Rolle des CIO

"Gerade die neue Mitarbeitergeneration akzeptiert solche Antworten nicht. Ich habe schon erlebt, dass sich einzelne Abteilungen selbst auf die Suche nach einem Anbieter gemacht und die Daten unverschlüsselt in diese externe Cloud hochgeladen haben, ohne dass die IT-Abteilung etwas davon wusste", berichtet Ziegler. Was nach einem Horrorszenario für jeden CIO klingt, ist mit den neuen Technologien und Private-Cloud-Anbietern ganz einfach. "Mit Cloud-Anwendungen verändert sich die Rolle des CIO. Wenn er sich und seine Mitarbeiter als Teil der Lösung sieht und versteht, wie wichtig es ist, Trends schnell umzusetzen, verändert sich auch seine Position im Unternehmen", sagt der Accenture-Manager.